Filialen am Prüfstand

So wird kika/Leiner neu aufgestellt

"Wir haben wieder Geld", sagt kika/Leiner-Chef George. Die Möbelkette ist gerettet, jetzt wird restrukturiert: mehr Effizienz, Ausbau des Online-Geschäfts. 5-6 Filialen seien "problematisch".

Die Zukunft der Möbelhandelskette kika/Leiner ist gesichert, es ist wieder Geld da. Nach einem Bilanzskandal beim Mutterkonzern Steinhoff hatte es im Dezember 2017 auch Zahlungsschwierigkeiten bei der  österreichischen Tochter gegeben. In einer Notaktion wurde dann, wie berichtet, das Leiner-Haus auf der Wiener Mariahilferstraße an den Tiroler  Immo-Milliardär René Benko verkauft - um kolportierte 60 Millionen. Zusammen mit einer Geldspritze von Steinhoff kann kika/Leiner nun wieder über einen mehrstelligen Millionenbetrag verfügen, der den Bedarf für die nächsten 18 bs 24 Monate decken wird, sagt kika/Leiner-Chef Gunnar George

Klarheit über Filialen in sechs bis acht Wochen

kika/Leiner hat in Österreich 50 Filialen und rund 5.600 Mitarbeiter.  "In einer Krisensituation denkt man natürlich nach, wie es weitergeht", so George. "Wir konzentrieren uns jetzt darauf, wie wir das Unternehmen nachhaltig effizient aufstellen." Insgesamt sollen in den nächsten 12 bis 18 MOnaten 5 Prozent "in allen Bereichen" eingespart werden. George wird sofort mit Restrukturierungsmaßnahmen beginnen. Alle Filialen stehen auf dem Prüfstand. "Wir schauen uns alle Standorte an." Fünf bis sechs Filialen seien "problematisch", Klarheit über allfällige Schließungen soll es in sechs bis acht Wochen geben."Schließen ist aber immer die schlechteste aller Alternativen", meint der kika/Leiner-Chef. Die "Problemfälle" seien jedenfalls eher in ländlichen Gebieten.

Der erst im Vorjahr mit zwei Filialeneröffnete eigene Diskonter Lipo wird ebenefalls überprüft. "Eine neue Marke zu etablieren, kostet Kraft , Geld und Manpower. Wir schauen uns das noch einmal genau an. Ob wir Lipo in Österreich weiter führen oder die Standorte anders nutzen, steht noch nicht fest."

Fokus auf Ausbau der Online-Shops

Außerdem sollen Prozesse im Unternehmen vereinfacht werden, um die Effizienz zu steigern. Dazu gehört u.a. die Erneuerung des EDV-Systems. Einen Fokus will George zudem auf den Ausbau des Online-Geschäfts legen: "Da sind wir ziemlich hinten nach." Im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre sollen die Online-Shops von kika und Leiner hochgerüstet werden und richtig anspringen. "Ziel ist, dass wir in drei bis fünf Jahren fünf Prozent vom Umsatz online machen", sagt George. Derzeit liege dieser Anteil erste bei etwa 0,4 Prozent. Unbedingt erforderlich für Wachstum im Online-Bereich sei die Verbesserung der Logistik. Zwei regionale Logistikcenter in Wien und Graz hat kika/Leiner bereits in Betrieb, ein drittes soll im Sommer in Linz eröffnet werden.

Auch hinischtlich der Lieferanten gebe es Optimierungspotenzial, sagt George. Schon im Vorjahr hat kika/Leiner die Zahl der Lieferanten von 1.700 auf 1.100 reduziert, die Reduktion soll noch weiter gehen.

Wachstumsmöglichkeiten sieht George neben dem Online-Geschäft vor allem in Osteuropa. In Österreich sei der Möbelmarkt schon sehr eng. Für 2018 plane kika/Leiner Investitionen von 50 bis 60 Millionen Euro, inklusive der geplanten Restrukturierungen.
 

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