In Ebensee

Grünes Licht für Pumpspeicherkraftwerk

Energie AG verweist auf hohen Wirkungsgrad und relativ kostengünstige Umsetzung.

Laut Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gibt es grünes Licht für das Pumpspeicherkraftwerk der Energie AG (EAG) in Ebensee in Oberösterreich. Der Bescheid ist rechtskräftig. Wann das 150-Megawatt-Kraftwerk, dessen Kosten in der Einreichplanung auf 150 Mio. Euro geschätzt wurden, gebaut wird, ist aber noch offen. Das hänge vom Strommarkt ab, so das Unternehmen am Freitag in einer Aussendung.

Pumpspeicherkraftwerke können Strom etwa aus Wind- und Sonnenkraft zwischenspeichern. Wird gerade wenig Strom benötigt, wird Wasser von einem tiefer liegenden Unterbecken - in diesem Fall vom Traunsee - in ein höher liegendes Oberbecken gepumpt. Zu Spitzenlastzeiten wird das Wasser dann zu einer Turbine abgelassen, die elektrische Energie liefert. Das Projekt in Ebensee im Bezirk Gmunden ist mit einer Fallhöhe von fast 500 Metern und einem Speicherinhalt von 1,35 Millionen Kubikmetern konzipiert.

© Energie AG

Hoher Wirkungsgrad und günstig realisierbar

Pumpspeicherkraftwerke verfügen über hohe Wirkungsgrade und sind im Vergleich zu anderen Speichertechnologien relativ kostengünstig, setzen aber topografisch geeignete Standorte voraus. "Sie sind die grünen Batterien, die wir benötigen, um die neuen, regenerativen Energien für den Wandel unseres Energiesystems nutzen zu können", betonte EAG-Generaldirektor Werner Steinecker (Bild).

Die EAG betreibt bereits seit Jahrzehnten zwei Pumpspeicherkraftwerke in Oberösterreich - in Gosau im Salzkammergut und in Ranna im Mühlviertel - und ist zudem an der Kraftwerksgruppe Malta/Reißeck in Kärnten beteiligt. Die reine Bauzeit des Projektes Ebensee würde 3 bis 4 Jahre in Anspruch nehmen. Wann es realisiert wird, ist noch offen und hängt von der Strompreisentwicklung ab. Aber es sei wichtig, die Rahmenbedingungen dafür geschaffen zu haben, betonte EAG-Technik-Vorstand Stefan Stallinger.

© Energie AG

Landespolitik zeigt sich erfreut

In Oberösterreich steht auch noch ein weiteres großes und bereits genehmigtes Pumpspeicherkraftwerk-Projekt im Raum: jenes des Bauunternehmers Kurt Bernegger in Molln. Auch dieses liegt aber durch Verwerfungen am Strommarkt auf Eis. Nach dem Ausstieg der Wien Energie ist Bernegger mittlerweile wieder alleiniger Betreiber des 340-Millionen-Vorhabens. Er strebt weiterhin die Umsetzung an und ist in Verhandlungen mit neuen Interessenten für den Bau des Kraftwerks, das Strom für 150.000 Haushalte liefern soll.

Der positive UVP-Bescheid für das Projekt Ebenee hat auch in der Landespolitik erfreute Reaktionen hervorgerufen: Es sei "unumstritten", dass man Pumpspeicherkraftwerke künftig verstärkt benötige, so LH Thomas Stelzer. Der für Energie zuständige LHStv. Michael Strugl (beide ÖVP) sieht einen "wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und zum Ausbau erneuerbarer Energien". Und Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) betonte, dass die Möglichkeit der Speicherung von erneuerbarem Überschussstrom "ein wesentliches Standbein zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und Teil der Energiewende ist".

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