Keine gemeinsamen Filialen mehr

BAWAG will Vertrag mit Post kündigen

Derzeit betreibt die BAWAG ihr Netz mit 433 Filialen gemeinsam mit der Post. Das soll enden.

Entsprechende Gerüchte gibt es schon länger - im Zusammenhang mit dem Börsengang wird es jetzt offiziell: Die BAWAG will ihre Zusammenarbeit mit der Post beenden.

Noch vor Jahresende soll das Abkommen gekündigt werden, die Trennung würde damit per Ende 2020 wirksam. Die Post habe sich nicht auf einen Vorschlag zur Umstrukturierung der Zusammenarbeit eingelassen, heißt es im Börsenprospekt der BAWAG. Ohne neue Vereinbarung werde die Zusammenarbeit spätestens am 31. Dezember gekündigt.

BAWAG will eigenes Netz mit rund 100 Filialen aufbauen

Derzeit betreibt die Bank ihr Netz mit 433 Filialen gemeinsam mit der Post.  In der Übergangszeit will die BAWAG ein eigenes Netz mit rund 100 Filialen aufbauen - zu den derzeit 74 eigenen Filialen sollen noch 25 neue BAWAG-Standorte dazukommen. Auch sollen eigene Berater aufgenommen und ausgebildet werden. Derzeit seien etwa 300 der knapp 1.000 BAWAG-Berater von der Post angestellt. Es würden aber deutlich weniger neue Berater aufgenommen, als derzeit von der Post gestellt werden.

Post fordert Nachzahlungen von 126,5 Millionen Euro

Zwischen BAWAG und Post läuft im Übrigen ein Schiedsgerichtsverfahren über die richtige Honorierung des Abkommens zwischen den beiden Unternehmen. Die Post verlange unter Berufung auf das Postsparkassengesetz pro Jahr um 15 bis 20 Mio. Euro mehr an Vergütung, als im Abkommen vereinbart sei, heißt es im Börsenprospekt. Alleine für die Jahre 2013 bis 2016 fordere sie 56 Mio. Euro nach. Sollte der Vertrag bis inklusive 2020 laufen (also heuer noch gekündigt werden) und sollte die Post vor dem Schiedsgericht vollinhaltlich recht bekommen, dann müsste die BAWAG rund 126,5 Mio. Euro zusätzlich zahlen.
 

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