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Im oe24.TV-Interview

Lauda: "Würde wieder für NIKI bieten"

NIKI-Rettung wackelt wieder nach Urteil, dass Insolvenzverfahren in Österreich sein soll.

Es schien alles schon fix, jetzt müssen die rund 1.000 Mitarbeiter der insolventen Airline NIKI weiter um ihre Jobs zittern. Am Montag, ausgerechnet dem Tag, an dem Vertreter der spanischen Billiglinie Vueling, mit der die NIKI-Übernahme bereits ausgedealt war, in Schwechat waren, um die Belegschaft über ihre Pläne mit NIKI zu informieren, platzte die juristische Bombe: Das Landgericht Berlin entschied, wie berichtet, dass das NIKI-Insolvenzverfahren nicht in Deutschland stattfinden dürfe, sondern in Österreich neu aufgerollt werden müsse.

Beschwerde bei deutschem Höchstgericht gegen Urteil

Einspruch. Vueling beziehungsweise deren Mutterkonzern IAG betont zwar, NIKI weiterhin kaufen zu wollen. Aber der Entscheid könnte den Deal und damit die NIKI-Rettung kippen, hatte der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther gewarnt. Eine komplizierte Angelegenheit ist es allemal. Gegen das Berliner Urteil hat NIKI jedenfalls noch am Montag Beschwerde beim deutschen Höchstgericht in Karlsruhe eingelegt. Damit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Streit um Insolvenzort von NIKI könnte Verkauf kippen

Außerdem will NIKI bis Ende der Woche einen Antrag auf Eröffnung eines sogenannten Sekundär-Insolvenzverfahrens in Österreich stellen. Über dieses Verfahren solle der beschlossene Kaufvertrag mit IAG für NIKI abgesichert werden, teilte Insolvenzverwalter Flöther mit. Aber es könnte auch ganz anders werden: Wenn das Verfahren ganz nach Österreich kommt, müsste ein österreichischer Masseverwalter den Deal mit Vueling prüfen. Entweder er geht durch – oder der NIKI-Verkaufsprozess startet neu, dann hätten andere Bieter die Chance, neu einzusteigen – wie Airline-Gründer Niki Lauda.

Dem Vernehmen nach plant Vueling, 7 Flieger in Wien zu stationieren, 5 in Düsseldorf und 3 in München; mit dem Ticketverkauf sollte Mitte Februar begonnen werden. Ob es dazu kommt, wird sich zeigen.

Angela Sellner

Lauda auf oe24.TV: "Wenn es möglich ist, würde ich für NIKI wieder bieten"

  • Lauda zum Chaos um NIKI-Insolvenz: Was ich nicht verstehe, ist die Verantwortlichkeit der beiden deutschen Insolvenzverwalter. Sie behaupten, das Insolvenzverfahren gehöre nach Deutschland – mit absurden Argumenten: „Der Geschäftsführer von NIKI lebt in Essen, deshalb ist NIKI ein deutsches Unternehmen.“ Gott sei Dank wird das jetzt alles aufgerollt. Das Verfahren muss nach Österreich.
  • Lauda über Zeitdruck: Gegen die Entscheidung, dass das Verfahren nach Österreich muss, hat jetzt der deutsche Insolvenzverwalter Flöther berufen. Das dauert wieder zwei, drei Wochen. Der Verkauf an Vueling wurde gestoppt, alles steht wieder. Das ist eine Sauerei. Denn die Zeit drängt. Wenn man den Sommerflugplan ab März nicht fliegen kann, gehen die Start- und Landerechte verloren. Dann ist NIKI tot.
  • Lauda über das Chaos: Im Moment weiß keiner, was aus NIKI wird. Am meisten leidtun mir die Mitarbeiter. An einem Tag heißt es: „Alles o. k., ihr werdet übernommen.“ Dann ist es wieder anders.
  • Lauda über sein Angebot: Ich bin zwei Mal durchgefallen. Einmal gegen die Lufthansa, dann gegen Vueling. Ich habe mit Thomas Cook und Condor rund 36 Mio. ­Euro geboten, es war nicht viel Unterschied zum Angebot der Vueling.
  • Lauda über Vueling: Meine Idee war, wieder eine österreichische Airline aufzubauen. Mit Vueling müssten die Flugbegleiter wahrscheinlich Spanisch lernen. Eine Hetz wird das nicht.
  • Lauda über sein Interesse: Die nächsten 14 Tage sind ausschlaggebend: Ob das Verfahren nach Österreich kommt, ob der Verkauf an Vueling hält oder alles neu startet. Wenn es möglich ist, würde ich mit Thomas Cook und Condor wieder bieten.
  • Lauda über sein Konzept: Ich würde auf Qualität setzen, mit pünktlichen Flügen und Essen an Bord. Beginnen würden wir mit Charter.

Totales Flugchaos nach NIKI-Pleite

Die NIKI-Pleite am 13. Dezember brachte nicht nur Gerichte, sondern auch Urlauber und Reiseveranstalter ins Schwitzen. Über Nacht wurde plötzlich der Flugbetrieb eingestellt, 50.000 Passagiere saßen fest, davon 5.000 Österreicher. „Wir haben allein im Dezember 7.000 Flugplätze in kürzester Zeit umgebucht“, sagt TUI-Österreich-Chefin Lisa Weddig. Um fehlende Kapazitäten nach dem Chaos rund um Air Berlin und NIKI zu stopfen, flog Lufthansa sogar mit einem Jumbo zwischen Frankfurt und Berlin.

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