Offensive mit "George"

Erste mit Onlinebank in neue Märkte

Mehr Dividende für 2017, Kreditbestand bereinigt - Treichl: "Glauben, dass 2018 ein gutes Jahr wird".

Zusätzliche Filialnetze und Banken mit Vergangenheit will sich die  Erste  nicht mehr zulegen. Stattdessen will sie im Onlinebanking expandieren. Bis Anfang 2019 wird die Plattform George auf alle Osteuropatöchter ausgerollt. Damit sollen alle 16 Millionen Erste-Kunden in sieben Märkten erreicht werden. Bankchef  Andreas Treichl  (Bild) will mit "George" zudem in ganz neue Länder gehen. Anfragen gebe es viele.

Welche Auslandsmärkte sich die Erste Group so als nächstes erschließen will, blieb am Mittwoch offen. In Österreich hat die Onlinebankschiene George 1,5 Millionen Nutzer. Sie wird als offene Bankenplattform vorangetrieben. Über diese digitale Plattform sollen Kunden demnächst auch Zahlungen von all ihren Konten - auch von anderen Banken - abwickeln können.

Ganze Banken kaufen will die Erste Group nicht, das sei zumindest sehr unwahrscheinlich, versichert der Vorstand. Auch der BAWAG als scheidender Bankpartner der österreichischen Post nachzufolgen ist für Treichl kein Thema.

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Die eigenen Filialen in den Erste-Konzernbanken sollen weiter modernisiert werden. In Österreich ebenso wie in den großen Töchtern in Tschechien (Ceska) und Rumänien (BCR). Das digitale Angebot sei wesentlich, aber 5 von 6 Kunden besuchten auch Filialen, berichtet die Gruppe.

Es wird zusammen mit anderen Banken und IT-Riesen eine Blockchain-basierte Plattform erprobt, die im Warenverkehr Handelsfinanzierungen schneller und billiger machen soll. "Wir wollen damit Transaktionen, die bis zu einer Woche dauern, auf einige Stunden oder eine Stunde verkürzen", erklärt der Vorstand. In den nächsten Wochen laufen erste Tests an.

Für das Jahr 2018 ist die Erste optimistisch. Nach einem 5,7-prozentigen Rückgang beim Betriebsgewinn auf 2,51 Mrd. Euro wird heuer wieder ein Anstieg in Aussicht gestellt. Die Kosten sollen sinken, Erträge steigen. Die historischen Tiefstände bei den Risikokennzahlen werden nicht auf alle Zeit halten. 2018 will die Bank dennoch die Quote an faulen Krediten auf unter 4 Prozent drücken. Das vor Jahren schon stark bereinigte Kreditportefeuille sei in einem äußerst zufriedenstellenden Zustand. "Wir sind ohne Probleme in der Lage, auch zwei größere Einzelfälle entsprechend zu berücksichtigen", so Risikovorstand Willibald Cernko.

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Ins Geld gingen 2017 wie berichtet praktisch nur größere Abschreibungen auf Forderungen an den kroatischen Lebensmittelkonzern Agrokor und zu Jahresschluss auch auf die kika-Leiner-Mutter Steinhoff.

Unterm Strich endete das Jahr 2017 für die Erste mit dem zweiten Rekord in Folge. Die Einlagen legten mit 9,4 Prozent noch stärker zu als die Kundenkredite (6,8 Prozent). Der Nettogewinn war mit 1,31 (Vorjahr: 1,26) Mrd. Euro der bisher höchste in der Bankgeschichte. Entlastung hatte es im Jahresabstand auch bei den Bankenabgaben gegeben, weil sich die Banken mit Abschlagszahlungen davon zu weiten Teilen freigekauft haben. Für die Aktionäre heißt der höhere Gewinn 2017 mehr Dividende. Sie wird um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie angehoben.

Weiter verbessern werden sich laut Treichl die Kapitalquoten (CET1, Basel 3 aktuell 2017: 13,4 Prozent). Es schaue alles im wirtschaftlichen Umfeld relativ gut aus, sagte Treichl. Potenziell den Keim für eine nächste Krise in sich habe die zum Teil überhitzte Immobilienmarktentwicklung. Im privaten Wohnungsbereich würden in manchen Gegenden die Gescheiten bereits verkaufen. Potenziell riskant sein könnten auch Konzentrationen von Immobilienbeständen. Dass hierzulande vor allem der Kapitalmarkt praktisch nicht entwickelt ist, sieht Treichl kritisch.

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