"Essential Phone" ist da

Das ist der iPhone-Gegner vom Android-Erfinder

Andy Rubin greift mit seinem ersten Gerät in der Top-Liga an.

Android-Erfinder Andy Rubin hat Wort gehalten und am Dienstag, wie angekündigt, sein erstes eigenes Smartphone vorbestellt. Beim "Essential Phone" handelt es sich um ein absolutes Top-Gerät, das es mit starken Konkurrenten wie iPhone, Galaxy S8/S8+, HTC U11, LG G6, Huawei P10 und Co. aufnehmen will.

Randloses Display

Das erste Telefon von Rubins Start-up "Essential" fällt mit einem großen Display auf, das fast die gesamte Frontseite des Geräts ausfüllt. An der Oberkante gibt es nur einen Ausschnitt für die Kamera in der Mitte und einen schmalen schwarzen Streifen am unteren Rand. Dadurch passt in das relativ kompakte Gehäuse mit Abmessungen von rund 7 mal 14 Zentimetern ein QHD-Bildschirm (2.560 x 1.312 Px) mit einer Diagonale von 5,71 Zoll. Damit wird ein Trend im Smartphone-Design gestärkt. Nach dem chinesischen Anbieter Xiaomi drückte zuletzt auch Marktführer Samsung beim 5,8 Zoll großen Galaxy S8 den Rahmen um das Display - und auch von Apple wird ein ähnlicher Schritt beim iPhone 8 erwartet. Das Essential Phone ist 7,8 mm dünn und bringt 185 Gramm auf die Waage.

© Essential

Titangehäuse und Top-Prozessor

Bei Rubins Essential-Smartphone ist der Rahmen im Gegensatz zum bei der Konkurrenz oft verwendeten Aluminium aus Titan, was das Gerät robuster machen soll. Auch die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen. Das Android-Smartphone verfügt über den Snapdragon 835 Prozessor von Qualcomm, 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherkapazität. Über einen USB-C-Anschluss kann das Gerät verbunden und geladen werden. Der Akku weist eine Kapazität von 3.040 mAh auf. Wie beim iPhone 7 und beim HTC U11 gibt es auch beim Essential Phone keine klassische Kopfhörerbuchse (3,5 mm) mehr. Auf der Rückseite gibt es eine Dual-Linsen-Hauptkamera (2 x 13 MP, f/1.85, Lader-Fokus etc.) und einen Fingerabdrucksensor. Die Frontkamera mit f2.2-Linse löst mit 8 MP auf und bietet sogar 4K-Videos. Features wie Bluetooth 5.0, WLAN (ac mit MIMO), LTE, NFC, Quick-Charge und GPS runden die Top-Ausstattung ab.

Der Preis liegt mit 699 Dollar in der Liga des iPhones und anderer Top-Smartphones. Vorbestellungen sind auf der Homepage (Link unten) bereits möglich. Euro-Preise wurden noch nicht verraten.

360-Grad-Kamera

Das Telefon läuft mit Android - auch wenn Rubin auf Distanz zu Google ging, der heutigen treibenden Kraft hinter dem Betriebssystem und seinem langjährigen Arbeitgeber. "Bei all dem, was Android dafür geleistet hat, Technologie fast zu jedem zu bringen, hat es auch zu dieser wirren neuen Welt beigetragen, in der Menschen mit der Technik zu kämpfen haben, die eigentlich ihr Leben vereinfachen sollte", schrieb er in einem Blogeintrag. Er fühle sich mitverantwortlich dafür und wolle das mit seinem neuen Projekt ändern. Neben dem Telefon gibt es von Essential auch eine 360-Grad-Kamera, die mit dem Smartphone kompatibel ist. Im Set werden das Smartphone und die Aufsteckkamera zur Markteinführung um 749 Dollar verkauft. Normalerweise werden für die beiden Geräte 898 Dollar fällig.

© Essential

Smart-Home-Zentrale

Weiters stellte das Start-up noch eine kompakte Steuereinheit für vernetzte Geräte im Haushalt mit rundem Display vor. Die Einrichtung neuer bzw. bestehender Smart-Home-Geräte soll damit extrem unkompliziert gelingen. Laut Essential lassen sich mit der "Home-Base" auch Geräte ins vernetzte Eigenheim integrieren, die sich normalerweise nicht vertragen. Darüber hinaus soll man sie über eine einzige Anwendung steuern können. Die Firma verspricht, dass sich "Home Base" einfach verbinden lässt und gut mit den Produkten, die man bereits hat, interagiert.

© Essential

Langjähriger Google-Manager

Rubin hatte Anfang des vergangenen Jahrzehnts das Start-up Android mitgegründet, das später von Google gekauft wurde. Nachdem das iPhone 2007 mit seinem großen Touchscreen das Smartphone-Geschäft revolutionierte, wurde Android zur Grundlage von Googles offenem Betriebssystem, das die Funktionen in die Hand anderer Hersteller legte. Rubin führte Android unter dem Google-Dach, bis er 2013 an die Spitze des Roboter-Projekts des Internet-Konzerns gesetzt wurde. Im Jahr darauf verließ er Google und gründete den Start-up-Finanzierer Playground Global, aus dem auch Essential hervorging.

Externer Link

www.essential.com/

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