REVIEW

Battlefront 2: Das Imperium hat auch Gefühle

Fotorealistisch mit dem Lichtschwert durch den Lootbox-Dschungel.

Mit Star Wars Battlefront 1 hat EA eine der beliebtesten Gaming-Marken der Sternenkriegssaga wiederbelebt. Doch der große Hype und die beeindruckende Grafik konnten nicht über einige gravierende Fehler hinwegtäuschen. Nur 4 Planeten beim Start und kein Singleplayermodus boten für den Neuanfang zu wenig Umfang. Für den zweiten Teil gelobten Entwickler Dice und EA Besserung. Wir haben uns den Bombast-Shooter für euch näher angesehen.

© EA / DICE
Großes Kino mit Orchester-Sound

Schon Battlefront 1 sah nahezu fotorealistisch aus und auch der Nachfolger bietet im Bereich Grafik unglaublich tolle Schauplätze und detailverliebte Charaktere. Die Detailtreue ist für jeden Star Wars Fan ein Augenschmaus, egal ob auf Konsolen oder PC, die Grafik kann sich auf allen Plattformen wirklich sehen lassen. Auch der Sound bietet wieder die klassischen Melodien und ikonischen Blaster-Sounds, die wir aus den Filmen kennen. Dice-typisch wird dieser wuchtig und imposant wiedergegeben. Die Präsentation ist wie im ersten Teil nahezu perfekt.

© EA / DICE
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Singleplayer im Schnelldurchlauf

Die Singleplayer-Kampagne ist eine der meist erwarteten Neuerungen zum Vorgänger. Diese fokussiert sich auf die imperiale Spezialagentin Iden Versio und ihr Inferno Squad. Aufseiten des Imperiums erlebt dabei der Spieler die Zerstörung des Todessterns und wie die imperiale Seite damit umgeht. Ein gewagter Schritt, denn eine Geschichte aufseiten der Bösen gibt es in den Filmen bisher noch nicht. Im Laufe der Kampagne steuert der Spieler auch ikonische Charaktere der Sternenkriegsaga. Egal ob Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Kylo Ren und viele mehr. Zwar wirkt die Erklärung, wie der Spieler auf die Charaktere trifft öfters unlogisch, sie bietet aber die Möglichkeit, die Helden auszutesten. Die Story selbst ist stellenweise ziemlich klischeehaft inszeniert, wird aber in aufwendigen Zwischensequenzen eindrucksvoll dargestellt. Mit nur 4-5 Stunden Spielzeit liegt die Kampagne im kürzeren Bereich. Wer sich nur für den Singleplayer entscheidet, wird leicht enttäuscht werden. Die kurze Spielzeit mit der vorhersehbaren Story bietet dafür stellenweise einfach zu wenig.

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Lootbox-Shitstorm

Doch dafür gibt es ja noch den Multiplayer. Vor Erscheinen des Spiels lag ein Thema im Fokus: Mikrotransaktionen. Battlefront 2 bietet Lootboxen, welche der Spieler mit Echtgeld kaufen kann. In solchen Boxen können zufällige Gegenstände liegen, die entweder kosmetische oder gameplaytechnische Auswirkungen haben. Und das stört die Community, denn jemand der mehr zahlt kann unter Umständen mehr Schaden mit seiner Waffe anrichten. Im Test zeigte sich aber, dass diese gekauften Verbesserungen keinen großen Einfluss auf den Multiplayer haben, denn EA hat das System bereits vor dem Start kräftig abgeschwächt, sodass Spieler, die kein Geld für Lootboxen ausgeben – nun doch leichter an  die begehrten Boni herankommen.

© EA / DICE
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Mulitplayer-Paradies ohne Season-Pass

Statt nur 4 Planeten, wie im Vorgänger, gibt es diesmal ganze 11 Maps vom Start weg. Doch es wird noch besser: Denn auch alle zukünftigen Maps und Helden werden kostenlos nachgereicht und erfordern keinen teuren Season-Pass. Die Maps reichen von der Dschungellandschaft Kashyyyk, hin zu den Wüstenregionen von Tatooine bis zum Schneegebirge Hoth. Für Star Wars Fans bleiben keine Wünsche offen. Mit 5 Spielmodi sollte für jeden etwas dabei sein, egal ob Weltraumschlachten, große Landgefechte oder Jedi-Zweikämpfe. Vom Gameplay her bleibt vieles beim Alten und das ist auch gut so. Ein kleiner Kritikpunkt wären die Laserschwertkämpfe, denn so mancher Schwung mit dem Lichtsäbel fühlt sich schwammig und unpräzise an. So verfehlen wir öfters unseren Kontrahenten, obwohl wir eigentlich direkt auf diese zielen. Bei den normalen Soldaten, als auch bei den Fahrzeugen und Fliegern, fühlt sich die Steuerung indes sehr präzise an.

© EA / DICE
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Fazit

Uns hat Battlefront 2 trotz der kurzweiligen Kampagne und den Mikrotransaktionen, ordentlich Spaß gemacht. Der Multiplayer begeistert nicht nur durch seine Grafik, sondern auch durch die Abwechslung und Vielfalt der Schauplätze. Wer sich nur auf die Singleplayerkampagne stürzen möchte, sollte auf einen Sale warten. Star Wars Fans und Multiplayerenthusiasten können aber bedenkenlos zugreifen und werden nicht enttäuscht werden.

https://youtu.be/G7bIW1qbw20
Battlefront 2 erscheint am 17.11.2017 und ist für die Plattformen PlayStation 4, Xbox One und Windows ab 60€ im Fachhandel erhältlich.

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