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Die Männer der Emden

Die spektakuläre Reise des deutschen Kreuzers quer durch die Weltmeere.

Im August 1914 dachten viele der Krieg würde nobel und kurz. Insbesondere die Seeleute der Kaiserlichen Marine waren sich dessen sicher. Obwohl die Marine sehr jung war, befand sie sich bereits im Kampf gegen Großbritannien, die Königin der Meere. Die größte Schwäche des britischen Empire war dessen Abhängigkeit vom Hochseehandel. Deutsche Kreuzer, stationiert in abgelegenen Regionen der Weltmeere, bedrohten das Herz eben dieses Seehandels.

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Der Kleine Kreuzer Emden. Bild aus dem Jane’s Reference Book, 1914

Zu Beginn des Krieges lag der Kleine Kreuzer Emden unter dem Kommando des Kapitäns 2. Ranges Karl von Müller vor Quingdao, der deutschen Marinebasis in China. Aufgrund seiner Form trug der Kreuzer den Spitznamen Schwan des Ostens.

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Karl von Müller, Kapitän 2. Ranges, Kommandant der Emden. The New York Times Current History Of The European War, Vol 1, Issue 4

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Der Schwan des Ostens bei Quidgao


Obwohl der Kreuzer erst fünf Jahre zuvor in Dienst gestellt wurde, war er mit Dampfmaschinen anstatt Turbinen ausgerüstet und damit eigentlich bereits veraltet. Seine Kanonen mit Kaliber 105 Millimeter konnten Kriegsschiffen nichts anhaben, ein Handelsschiff aber mit Leichtigkeit zerstören. Außerdem erlaubte ihm seine Geschwindigkeit von 24 Knoten die Flucht vor jedem britischen Kriegsschiff in diesen Gewässern.

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Die Reise der Emden durch den Indischen Ozean. A History of Sea Power. From Official British Naval History, Vol. I.

Das Rjasan-Dampfschiff der Russischen Freiwilligen Flotte (kurz Dobroflot) war das erste Schiff, das die Emden in der Koreastraße am zweiten Tag des Krieges an sich riss. Es wurde in Kormoran umbenannt und zum bewaffneten Handelskreuzer umgebaut. Im Anschluss passierte die Emden die Marshall-Inseln und begab sich in den Indischen Ozean. Um gegnerische Kreuzer zu verwirren, konstruierte die Besatzung der Emden einen falschen Schornstein aus Holz und Leinen, da in diesen Gewässern stationierte britische Kreuzer entweder über zwei oder vier Schornsteine verfügten.

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Hellmuth von Mücke, Erster Offizier des Kreuzers. Foto aus 1916. Staatsbibliothek zu Berlin


Der Einsatz im Golf von Bengalen verlief für den Kreuzer außerordentlich erfolgreich: Im September kaperte die Emden acht Dampfschiffe. Müller behielt eines als Kohlenschiff und erlaubte einem, davon zu ziehen, da es eine Ladung für die neutralen USA an Bord hatte. Außerdem wurden zwei Schiffe aus Norwegen und Italien mit gefangenen britischen Soldaten freigelassen. Dadurch wurden die britischen Seerouten durch den Golf von Bengalen blockiert und die Kapitäne wagten es nicht, den Hafen zu verlassen.

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Der Kreuzer Emden in World of Warships


Alle Zeugen bestätigen, dass sich die deutschen Matrosen den gefangenen Briten gegenüber äußerst höflich verhielten. Dennoch bombardierte Müller am Abend des 22. September 1914 die Öltanks im Hafen von Madras. Dadurch wurden 5.000 Tonnen Öl zerstört und fünf Menschen verloren ihr Leben – die ersten Todesopfer durch die Emden. Überzeugt, seine Möglichkeiten vor der indischen Küste ausgeschöpft zu haben, setzte Müller Kurs nach Süden in Richtung Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Dort brachte er im Verlauf von zwei Wochen sechs britische Schiffe auf. Eines davon ließ er mit den gefangenen Matrosen an Bord ziehen, ein weiteres wurde erneut als Kohlenschiff benutzt. Die übrigen wurden zerstört.

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Der Kreuzer Emden in einer Seeschlacht in World of Warships.

Am 9. Oktober 1914 näherte sich die Emden Diego Garcia. Die Einwohner dieser Insel hatten noch nichts vom Krieg gehört. Kapitän Müller nutzte den örtlichen Hafen für kleinere Reparaturen und das Auffüllen der Kohlespeicher. Am folgenden Tag setzte er Kurs nach Norden zu den Malediven vor der Westküste Indiens. Dort brachte der Kreuzer im Verlauf einer Woche ganze sieben Schiffe auf. Davon wurden fünf versenkt, eines als Kohleschiff verwendet und das letzte, die St. Egbert, mit einer Ladung Zucker und gefangener Matrosen in die USA geschickt.

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Der Kreuzer Emden in einer Seeschlacht in World of Warships.

Am 20. Oktober kehrte die Emden um. Sie passierte Ceylon im Süden, durchquerte erneut den Golf von Bengalen und näherte sich dem Penang-Hafen in Malaya. Hier ereignete sich der größte Triumph der Emden: Nachdem sie in der Lage war, ungehindert in den Hafen einzulaufen, konnte sie den russischen Kreuzer Schemtschug mit Torpedos unter Feuer nehmen und versenken. Danach feuerte sie auf das französische Kampfschiff Mousquet, versenkte es und nahm den Teil der Besatzung, der überlebt hatte, gefangen.

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Der Kreuzer Sydney mit hervorgehobenen Treffern durch die Emden. Damage caused to warships by artillery. Fighting for survivability. by K. Puzirevskiy L.: 1940, p 47

Um der Verfolgung zu entgehen, nahm die Emden Kurs nach Westen. Am 30. Oktober stieß sie auf das britische Dampfschiff Newborn. Die Emden versenkte dieses aber nicht, sondern überführte die französischen Gefangenen und ließ sie mit dem Versprechen ziehen, nie gegen Deutschland zu kämpfen.

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Der Landungstrupp der Emden betritt die Ayesha

Der weitere Kurs der Emden führte nach Süden, so weit weg von Indien wie möglich. Hier verließ den Kreuzer das Glück: In der Sundastraße zwischen Java und Sumatra fand das Schiff keine Ziele. Kapitän Müller entschied sich also, in den Golf von Aden zurückzukehren. Zuerst wollte er aber die Funk- und die Relaisstation zerstören, die eine Verbindung zwischen Australien und Großbritannien ermöglichte und sich auf der Direction Island (Teil der Kokosinseln) befanden.

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Die Schlacht bei den Kokosinseln, 9. November 1914

Der vom Ersten Offizier Mücke angeführte Landungstrupp zerstörte die Funkstation, allerdings gelang es den Funkern, zuvor ein Notsignal abzusetzen. Zum Pech der Emden wurde dieses von einem vorbeifahrenden Militärkonvoi aufgefangen, der Truppen des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) an Bord hatte. Innerhalb der nächsten zwei Stunden spürte der moderne australische Kreuzer Sydney die Emden auf und durchlöcherte sie mit seinen Kanonen vom Kaliber 152 Millimeter. Durch den Beschuss schwer beschädigt, steuerte die Emden auf den Strand und senkte die Flagge. 130 Matrosen der 360 Mann starken Besatzung verloren ihr Leben, der Rest – darunter Kapitän Müller – wurden gefangen genommen.

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Der Kreuzer Sydney

Der Landungstrupp hatte mehr Glück: Mückes Trupp kaperte den 125-Tonnen-Schoner Ayesha und floh nach Java. Von dort brachte sie der deutsche Frachter Choising ins Osmanische Reich in Arabien.

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Die zerstörte Emden auf den Felsen nahe North Keeling Island

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Zerstörte Kapitänsbrücke der Emden


Im Jahr 2012 wurde ein Film namens Die Männer der Emden gedreht, der auf den Abenteuern dieses Teils der Besatzung aufbaute.

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