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Feuriger Durchbruch vor Moskau

Die 21. Panzerbrigade in den Schlachten um Kalinin. Von Yury Pasholok.

Das Unternehmen Taifun begann am 30. September 1941. Das letztendliche Ziel der Operation war die Eroberung Moskaus. Die deutschen Truppen marschierten stetig westwärts, wobei die Rote Armee mehrere Gegenangriffe durchführte, die den Vormarsch erst verlangsamten und schließlich aufhielten. Die Schlacht um Kalinin (heute Twer) war einer dieser Gegenagriffe. Die T-34-Besatzung unter dem Kommando von Leutnant Stepan Gorobets zeichnete sich in dieser Schlacht besonders aus.

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Die Karte der Kampfhandlungen in Kalinin, 17.-21. Oktober 1941

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Der Т-34 und der Т-60 in einer Schlacht in World of Tanks.


Kalinin war ein wichtiger Transportknoten. Die sowjetischen Kommandanten waren sich dessen ebenso bewusst wie die Deutschen. Bis zum 12. Oktober war das 41. Panzerkorps in die Nähe von Kalinin verlegt worden. Am nächsten Tag war die Stadt in deutscher Hand. Die 1. Panzerdivision stellte die Hauptstreitmacht des Korps dar. Diese hatte bereits zwei Jahre Zeit, Kampferfahrungen zu sammeln. Die erfolgreiche Besetzung Kalinins war in vieler Hinsicht mit der Tatsache verbunden, dass die deutschen Truppen den Verteidigern zahlenmäßig mehrfach überlegen waren. Allerdings gaben die Kommandanten der Nordwestfront die Rückeroberung der Stadt nicht auf. Am 17. Oktober 1941 schlossen sich die Streitkräfte der 20. Armee, angeführt von Generalmajor Vasily Khomenko, dem Kampf an.

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Der erste Prototyp des Т-34 mit ZIS-4-Kanone, Frühling 1941

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Der T-60-Panzer in World of Tanks.


Die 21. Panzerbrigade unter dem Kommando von Oberst Boris Skwortsow war dabei am effektivsten. Die Brigade wurde am 22. September 1941 in Vladimir gegründet und erhielt am 13. Oktober ihre Panzer. Als einzige Brigade war die 21. mit 10 T-34-Panzern ausgestattet, die mit ZIS-4-Kanonen vom Kaliber 57 Millimeter ausgerüstet waren. Außerdem war die Brigade die einzige, die zwei T-34- und zehn T-60-Panzer erhielt, die mit Flammenwerfern ausgerüstet waren. Für Vorbereitung blieb keine Zeit: Die Brigade nahm die Panzer entgegen und schaffte sie an die Front. Am Abend des 14. Oktober erreichte die erste Panzereinheit Zavidovo, von wo aus sie zum Dorf Selino südlich von Kalinin verlegt wurde. An diesen Orten wurden die Schlachten des Herbsts 1941 geschlagen. Die mangelnde Gefechtserfahrung war selbstverständlich ein Problem für die Brigade. Jedoch waren keine anderen militärischen Einheiten verfügbar, die die deutsche Offensive hätten aufhalten können. Nach der Eroberung von Kalinin begann das Panzerkorps 41 einen Angriff auf Torschok. Die einzige Chance, die Offensive aufzuhalten, war ein Gegenangriff – und die Kommandanten der 30. Armee fackelten nicht lange. Gemäß dem Plan wurden die Streitkräfte der Brigade in drei Gruppen eingeteilt. Zwei davon begaben sich zur Hauptstraße von Wolokolamsk, die dritte zur Hauptstraße von Turginov.

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Stepan Gorobets

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Der T-34gegen den StuG III in World of Tanks.


Am Morgen des 17. Oktober griffen 27 T-34- und acht T-60-Panzer an. Die zweite Gruppe wurde angeführt von Hauptmann Agibalow, Kommandant des 1. Panzerbataillons des 21. Panzerregiments. Zu diesem gehörte auch der Panzer unter dem Kommando von Stepan Gorobets. Dies war für Gorobets die erste Schlacht, wie für viele Panzerbesatzungen der Brigade auch. Er wurde im kleinen Dorf Dolinskoje im Oleksandriia-Raion (Bezirk) in Kirovohrad-Oblast in der Ukraine geboren. Vor dem Krieg hatte er in einer Fabrik gearbeitet und nie in der Armee gedient. Die Brigade geriet südlich von Kalinin bei Pushkino das erste Mal unter feindliches Feuer. Nach dem Verlust mehrerer T-34-Panzer zerstörte die Brigade das Hauptquartier sowie die Nachhut der 3. Panzergruppe der Deutschen. Die von Gorobets kommandierte Besatzung war dabei besonders erfolgreich und zerstörte mehrere feindliche Fahrzeuge. Danach rückten die erste und zweite Panzergruppe nach Kalinin vor. Hier war der Feind vorbereitet: Die T-34-Panzer wurden beschossen, mehrere zerstört. Major Lukin, der Kommandant der ersten Gruppe, verlor in diesem Gefecht sein Leben. Mehrere Panzer seiner Gruppe waren zum Rückzug gezwungen. Der Agibalow-Gruppe, angeführt von dem von Gorobets kommandierten Panzer, gelang der Durchbruch hinter die feindlichen Linien. Agibalows Panzer wurde beschädigt, er selbst getötet. Die übrigen Fahrzeuge der zweiten Gruppe agierten entsprechend der Gefechtssituation.

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Der Т-34-Panzer unter dem Kommando von Leutnant Lutsenko der zweiten Panzergruppe. In der Schlacht um Kalinin rammte dieser Panzer den deutschen StuG III-Panzerzerstörer am 17. Oktober. Gorobets kommandierte ein ähnliches Fahrzeug, allerdings verfügte sein Panzer über die Nummer 3.

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Das Denkmal für Gorobets Besatzung in Twer

Der T-34 unter dem Kommando von Leutnant Lutsenko rammte einen feindlichen StuG III. Senior-Politoffizier Grinja zerstörte eine Reihe feindlicher Fahrzeuge, drang bis an den Flugplatz vor und beschädigte mehrere feindliche Flugzeuge. Gorobets war der einzige, der in die Stadt gelangte. Sein Panzer mit der Nummer 3 war der erfolgreichste. Nachdem seine Panzerbesatzung den Flugplatz unter Feuer genommen hatte, wurde der Panzer von einem Antipanzergeschütz beschädigt. Nachdem sie das Feuer gelöscht hatte, zerstörte die Besatzung das Geschütz, indem sie es mit dem Panzer überrollte, und rückte weiter vor. Später mussten die Panzerfahrer den Panzer für eine Weile verlassen, um eine Barrikade zu zerlegen. Die Panzerfahrer zerstörten einen feindlichen Panzer sowie mehrere Lastwagen und rückten weiter gen Osten vor, bis sie die 5. Gewehrdivision der Sowjets erreichten. Die sowjetischen Soldaten nahmen den Panzer unter Beschuss, trafen aber glücklicherweise nur die Panzerung.

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Der T-34-Panzer in World of Tanks.

Die 21. Panzerbrigade verlor am 17. Oktober 1941 insgesamt 11 Panzer. Der Angriff wäre fehlgeschlagen, hätten nicht mehrere Faktoren den Sowjets in die Hände gespielt. Die 36. Infanteriedivisionen allein verloren mehr als 100 Lastwagen und Fahrzeuge. Im Verlauf des Angriffs zerstörten die sowjetischen Panzerbesatzungen die Vorräte des Feindes und verlangsamten so die deutsche Offensive, was der roten Armee eineinhalb Monate Zeit gab, um eine Gegenoffensive zu organisieren. Bei dieser war auch die 21. Panzerbrigade wieder dabei. Gorobets starb am 8. Februar 1942. Am 5. Mai wurde ihm der Titel des Helden der Sowjetunion verliehen. Heute findet man in Twer ein Denkmal, das der Schlacht in der Stadt gewidmet ist. Die 21. Panzerbrigade wurde zum 12. Gardepanzerregiment, das als erste Einheit über KV1-Panzer verfügte, die später durch IS-2-Panzer ersetzt wurden. Zum Ende des Krieges befand sich das Regiment in Österreich.

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Quellen:

https://warspot.ru/5942-kalininskiy-reyd-geroev-halhin-gola

http://podvignaroda.mil.ru

Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums

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