Mittelerde: Schatten des Krieges

Bürgerkrieg in Mordor geht in nächste Runde

Monolith Games versprach eine umfangreichere Fortsetzung. Aber ist das auch gelungen?

Talion, unser Spielcharakter hat es nicht leicht: Zuerst wird unser freundlicher Waldläufer vom Geist des Elbenschmieds Celebrimborin Beschlag genommen und dann auch noch als schlagkräftige Marionette gegen Saurons Schergen in den Kampf geschickt. Doch langsam – worum geht es hier eigentlich?

© WB/Monolith Games
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Treffen sich ein Elbe, ein Waldläufer und ein Feuerauge
Wer die Geschichte von Mordors Schatten (erster Teil) noch nicht kennt, dem sei hiermit eine kurze Zusammenfassung gegeben: Der Großmeister der Elbenschmiede, Celebrimbor stellt sich in den Dienst des bösen flammenden Auges (aka Sauron) und schmiedet diesem die magischen Ringe, welche zur Unterjochung der zahmen Bewohner von Mittelerde benötigt werden. Doch undankbar, wie Sauron nun mal ist, gibt es dafür nur den Tod als Geschenk. Der Geist von Celebrimbor greift sich darauf den nächstgelegenen Waldläufer (Talion) und bläst mit dessen Körper und magischen Kräften zum Racheangriff auf Sauron’s Dienstort, Mordor.

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Orks must die
Diesem Schema folgend gilt es in einer Mischung aus Assassins’s Creed und Witcher eine möglichst große Anzahl an Gegner zu entsorgen, deren Festungen zu erobern und dem feurigen Kyklop das Licht auszublasen. Und das funktioniert diesmal wesentlich besser als noch im ersten Teil. Denn abgesehen von den bekannten Orks, stehen uns diesmal Balrogs, Ringgeister und Hexenkönige gegenüber. Dank des weiterentwickelten Arkham-Kampfsystems fühlen sich die Kämpfe diesmal wesentlich dynamischer und flüssiger an. Wir schlagen zwar manchmal noch versehentlich unseren Verbündeten auf die Mütze – aber ansonsten wirken die Kämpfe wesentlich interessanter auf uns, als es noch beim Vorgänger der Fall war.

© WB/Monolith Games
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Taktik-Rollenspiel trifft Echtgeld-Lootboxes
Haben wir unsere Klein-Armee erst einmal aufgebaut und unsere eigene Trutzburg errichtet, beginnt der zweite Teil des Spiels und wir planen unsere Angriffe auf die Vorposten Mordors.
Über 30 Fähigkeiten mit weiteren Spezialisierungen helfen uns dabei, an vorderster Front die Gegnerstellung anzugreifen. Dabei stehen uns ebenso Drachen zur Verfügung, die mit Luftangriffen dem Gegner einheizen. Zudem spielt die Gedankenkontrolle eine wichtige Rolle. So können wir unsere Gegner während der Schlacht „umdrehen“ – also diese zu unseren Verbündeten machen – was wiederum beim Gegner  Angst und Verwirrung auslöst. Unsere angreifenden NPC-Mitstreiter können wir vor der Schlacht aus unserem Armeebestand auswählen und ebenso eine Art Leibwächter für uns persönlich auswählen, der dann während der Schlacht darauf achtet, dass uns niemand in den Rücken fällt. Für etwas Verstimmung bei den Fans sorgte der Umstand, dass man ebendiese NPC-Mitstreiter auch käuflich – in Form von Lootboxen – erwerben kann.

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Kampf bis in den Thronsaal
Ein weiterer Aspekt, der Mittelerde: Schatten des Krieges diesmal hervorragend abrundet, sind die Endkämpfe im Zuge der einzelnen Schlachten. Haben wir uns nämlich bis zum sogenannten Thronsaal durchgekämpft, wartet dort in alter Rollenspiel-Manier der jeweilige Endboss auf uns. Die Kämpfe in den Thronsälen haben jedes Mal auch ein Überraschung parat, die uns in Form von fiesen Fallen Schadenspunkte verabreichen.

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Fazit
Monolith Games haben mit Mittelerde: Schatten des Krieges eine spiel- und formschöne Fortsetzung geschaffen, die uns den epischen Kampf um Mordor treffsicher vor Auge führt. Abgesehen von kleineren Schwächen und wenigen Bugs – ist diesmal alles drinnen, was echte Tolkien-Fans erwarten.


Mittelerde: Schatten des Krieges ist bereits für PS4, Xbox One und PC erschienen und für rund im Fachhandel 55€ erhältlich.

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