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Salzburger Festspiele

Aida-Premiere: Alle lieben Donna Anna

Anna-Hype: Ausverkaufte Vorstellungen, Schwarzmarktpreise von 3.500 Euro.

Sonntagabend war es endlich so weit – Opern-Star Anna Netrebko (45) gab ihr Debüt als Aida. Sehnlichst wurde die hochkarätig besetzte Premiere erwartet. Selten zuvor versuchten so viele Personen, vor dem Festspielhaus vielleicht doch noch eine Karte zu ergattern. Der Andrang war enorm, die Karten waren nach kürzester Zeit ausverkauft. Wer Netrebko dennoch sehen wollte, musste am Schwarzmarkt bis zu 3.500 Euro berappen.

Kanzlerin Merkel spielte Verstecken

Opern-Fans aus aller Welt pilgerten nach Salzburg, um die Premiere zu sehen. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel flog aus dem Wanderurlaub in Südtirol ein, ließ sich aber nicht fotografieren. Am Tag davor saß sie bei Lady Macbeth im Publikum und fiel vor allem durch ihr schrilles Outfit auf. Großes Gedränge dann, als Showmaster und Publikumsliebling Thomas Gottschalk vor dem Festspielhaus eintraf. Er nutzte des Regens wegen einen Bentley für die Fahrt vors Festspielhaus.

Angela Merkel soll insgesamt drei Tage bleiben, es ist also gut möglich, dass sie sich Montagabend auch noch den Jedermann ansieht – der zweite Hit dank Moretti.

© Neumayr
Quelle: Neumayr

Check: Darum wird "Aida" von Opernfans gestürmt

Netrebko und Meli als Traumpaar, Muti als Pult-Star – besser geht Verdi nicht.

1. Der Hype. Als Höhepunkt der Salzburger Festspiele ging am Sonntag die Premiere von Verdis Aida über die Bühne des Großen Festspielhauses. Grund für den Hype war die Tatsache, dass die russische Superdiva Anna Netrebko ihr Debüt in der Titelrolle gab.

2. Die Story. Als äthiopische Prinzessin Aida, die in Ägypten als Sklavin gefangen ist, liebt sie den ägyptischen Heerführer Radamès, der Amneris, die Tochter des Pharaos, heiraten soll.

3. Der Dirigent. Der neapolitanische Pultstar Riccardo Muti, der als wichtigster Verdi-Interpret gilt, dirigierte die geniale Partitur, die leise beginnt und leise und subtile Naturschilderungen im Nil-Akt, lyrische Arien und Duette enthält, als intimes, kammermusikalisches Werk.

4. Der „Hit“. Beim weltberühmten, von Verdi nie so bezeichneten Triumphmarsch standen sechs Fanfarentrompeter auf der Bühne.

5. Die Regie. Reduziert und statisch ist die zeitlose, elegante, abstrakte Inszenierung der iranischen Fotokünstlerin Shirin Neshat, die auf jegliche ägyptische Folklore verzichtet.

6. Die Diva. Anna Netrebko, in hellblauer Robe, mit opulenter Haarkrone, kunstvoll geschminkt, ist eine schöne, distanzierte Heldin mit abgedunkeltem gutturalem Timbre. Wunderbar gelangen ihr die gefühligen Passagen, für das Nil-C im dritten Akt bekam sie Bravos.

7. Der Tenor. Der italie­nische Startenor Francesco Meli meisterte die schwierige Partie des Radamès souverän; mit dem hohen B in seiner Auftrittsromanze Celeste Aida schlug er das Publikum in seinen Bann.

8. Das Ensemble. Die Mezzosopranistin Ekaterina Semenchuk ist eine etwas grobschlächtige Amneris, der Bariton Luca Salsi beeindruckt als Amonasro. – Immer wieder Jubel.

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