Cinderella

Ernste Musik in zu kleinen Schuhen

Staatsoper zeigt Aschenputtel-Oper von Wunderkind Alma Deutscher.

Ein außergewöhnliches Stück feierte am 28. Jänner 2018 Premiere in der Studiobühne Walfischgasse. Die Oper „Cinderella“ von Alma Deutscher in einer eigens für Wien erstellten Fassung für Kinder. Am Dirigentenpult stand Witolf Werner, Leiter des Bühnenorchesters der Wiener Staatsoper. Inszeniert wurde die Produktion von der österreichischen Regisseurin Birgit Kajtna, die uns einiges über die Zusammenarbeit mit der jungen Künstlerin verriet.

Wunderkind

Die zwölfjährige Komponistin, Geigerin und Pianistin begann bereits als Achtjährige mit der Arbeit an Cinderella. 2016 wurde die abendfüllende Oper zum ersten Mal im Casino Baumgarten in voller Länge gespielt. Um eine kindertaugliche Fassung für die Studiobühne zu ermöglichen, musste Alma Deutscher ihre Oper stark kürzen, was nicht leicht für sie war. Die Herausforderung war von Anfang an groß, berichtete die Regisseurin nach der Premiere.

 „Dadurch, dass der Stoff ziemlich komplex ist und nicht nur den Aschenputtel-Stoff, sondern auch eine Meistersinger-Ebene beinhaltet, weil der Prinz seine Cinderella nicht nur mithilfe des Schuhs findet, sondern auch wegen der Melodie, war es nicht einfach, das Ganze zu reduzieren. Den Inhalt beizubehalten und dabei auch primär Kinder anzusprechen, war eine große Herausforderung“, so Kajtna.

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Rafael Fingerlos, Dan Paul Dumitrescu

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Alma Deutscher

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bongiwe Nakani

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Pavel Kolgatin

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Rafael Fingerlos, Dan Paul Dumitrescu

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bongiwe Nakani, Bryony Dwyer, Alma Deutscher

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bryony Dwyer

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bryony Dwyer, Pavel Kolgatin

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Caroline Wenborne, Bryony Dwyer. Simina Ivan, Ulrike Helzel

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bryony Dwyer. Pavel Kolgatin

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Pavel Kolgatin, Bongiwe Nakani

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Bryony Dwyer

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Caroline Wenborne, Simina Ivan, Ulrike Helzel

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Simina Ivan

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Rafael Fingerlos

Cinderella

Deutscher gab ihren Aschenputtel-Charakteren klare Handlungsspielräume. Cinderella ist eine leidenschaftliche Komponistin, die von der bösen Steifmutter und den bösen Stiefschwestern gezwungen wird, stupide Notenkopierarbeiten zu erledigen. Der Prinz ein feinsinniger Poet, der sich in Cinderellas meisterliche Gesangs- und Kompositionskünste verliebt. Am Ende finden die beiden mithilfe von Emeline, einer weisen „Deus ex machina“, zueinander. Die viel zu kleinen Schuhe spielen in der Kurzversion eine untergeordnete Rolle.

Bei der ersten Probenbesichtigung war Alma Deutscher sehr erstaunt über die Interpretation des Stücks, erzählt Kajtna: "Dadurch, dass wir zum ersten Mal eine Kinderoper daraus gemacht haben, musste ich schon sehr viele Dinge verändern. Und als die Alma es zum ersten Mal gesehen hat, war sie schon sehr überrascht. Emeline war für Alma eine weise, kluge Frau. Als die Figur dann eine magische Frau mit animalischen Zügen wurde, war sie sehr erstaunt. Dass mein Prinz nicht dem Klischee entspricht, eher ein Anti-Held ist, das war neu für sie. Aber sie fand es sehr gut am Ende.“

Musik

Befragt über die Komponistin, spricht die Regisseurin dem jungen Talent ihre volle Bewunderung aus: "Man merkt in den verschiedenen Nummern, was Alma Deutscher gerade studiert hat und was sie, sozusagen, in der Zeit gerade bewegt hat. Man hört sehr viel Schubert raus, man hört sehr viel Mozart und Beethoven - eigentlich die ganze Wiener Klassik. Was dann aber das Erstaunliche ist, sie findet ihre eigenen Melodien raus. Man erkennt den Background, aber es sind eigenständige Ideen, die sich daraus entwickelt haben", erklärt Birgit Kajtna.

Premiere

Obwohl der Stoff allgemein bekannt ist und für eine Kinderoper wie geschaffen zu sein scheint, war die Inszenierung keine leichte Aufgabe für das künstlerische Team der Staatsoper. Regisseurin Birgit Kajtna ist es dennoch gelungen, ihre Handschrift einzubringen und gleichzeitig die Wünsche des jungen Ausnahmetalents und ihrer Mentoren zu berücksichtigen.

Herausgekommen ist eine sehenswerte Inszenierung, die das Staatsopern-Team gemeinsam auf die Bühne gebracht hat. Vom Direktor des Hauses, Dominique Meyer, angefangen, dessen Idee es war, dem Wunderkind eine Kinderoper zu ermöglichen, bis hin zu den Ensemblemitgliedern, die ihren kreativen Freiraum in der Studiobühne Walfischgasse sichtlich genossen.

Termine

Jänner: 28. (11 Uhr, Premiere), 30.* | Februar: 1.*, 4. (11 Uhr), 13.*, 17. (15.00 Uhr), 21.*, 23.*, 25. (11 Uhr) | März: 3. (15.00 Uhr), 5.*, 6.*, 7.*, 18. (15.00 Uhr) April: 7. (15.00 Uhr), 12.*, 16.*, 18.*, 19.* | Mai: 6. (15.00 Uhr), 10. (11 Uhr)

Informationen sowie Karten für Schulvorstellungen unter jugend@wiener-staatsoper.at

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