Nestroy-Stück

Meisterposse an der Burg

Nestroys "Liebesgschichten und Heiratssachen" hat Premiere.

Der Wiener Komödiendichter Johann Nestroy war ein Genie in den Wirrnissen seiner Zeit, zwischen der Metternich’schen Zensur und dem Wiener Kongress, zwischen der Strauß-Familie, Beethoven, Schubert und Lanner. Er hat in Form von Possen die österreichische Seele durchleuchtet, seine Kunst war ein perfektes Seelenröntgen, wie kein Psychiater es besser zustande bringen könnte. Nestroy, der keines seiner Theaterstücke selbst erfand, sondern stets Texte aus dem französischen Vaudeville oder der englischen Komödie bearbeitete, war der größte Dieb der Weltliteratur, dessen witzige Figuren und besondere Sprache, ein erobertes, gestohlenes Hochdeutsch, ihn unsterblich gemacht haben.

Hochstapler

Seine Meisterposse Liebesgeschichten und Heiratssachen, in deren Uraufführung 1843 im Theater an der Wien Nestroy den arbeitsscheuen Hochstapler Nebel spielte, hat heute in Georg Schmiedleitners Regie im Burgtheater Premiere. Das besonders lustige Stück, das auf John Pooles Posse Patrician and Parvenu basiert, karikiert mit beißender Ironie adeligen Standesdünkel und neokapitalistischen Hochmut.

Markus Meyer spielt die Nestroy-Rolle des Nebel, Gregor Bloéb die Wenzel-Scholz-Rolle des reichen Ex-Fleischselchers Florian Fett; Regina Fritsch ist Lucia Distel, die ältliche Schwägerin des Herrn von Fett, um die sich Nebel wegen ihrer Mitgift bemüht.

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