Kommentar-Flut

Nach HIV-Outing: Alle stehen zu Conchita

Im Netz bekommt die Sängerin viele Unterstützungs-Postings.

Überraschend war dieses Posting für ihre Fans: Auf Instagram outete sich Conchita Wurst  als HIV-positiv. 

Outing

"Heute ist der Tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv", schreibt sie. 

 

 

heute ist der tag gekommen, mich für den rest meines lebens von einem damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen jahren hiv-positiv. das ist für die öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein ex-freund droht mir, mit dieser privaten information an die öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in zukunft niemandem das recht, mir angst zu machen und mein leben derart zu beeinflussen. seit ich die diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer behandlung, und seit vielen jahren unterbrechungsfrei unter der nachweisgrenze, damit also nicht in der lage, den virus weiter zu geben. ich wollte aus mehreren gründen bisher nicht damit an die öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: der wichtigste war mir meine familie, die seit dem ersten tag bescheid weiss und mich bedingungslos unterstützt hat. ihnen hätte ich die aufmerksamkeit für den hiv-status ihres sohnes, enkels und bruders gerne erspart. genauso wissen meine freunde seit geraumer zeit bescheid und gehen in einer unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem betroffenen wünschen würde. zweitens ist es eine information, die meiner meinung nach hauptsächlich für diejenigen menschen von relevanz ist, mit denen sexueller kontakt infrage kommt. coming out ist besser als von dritten geoutet zu werden. ich hoffe, mut zu machen und einen weiteren schritt zu setzen gegen die stigmatisierung von menschen, die sich durch ihr eigenes verhalten oder aber unverschuldet mit hiv infiziert haben. an meine fans: die information über meinen hiv-status mag neu für euch sein – mein status ist es nicht! es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. danke für eure unterstützung!

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Über die Erpressung

Österreichs Song-Contest-Gewinnerin geht mit ihrem öffentlichen Statement in die Offensive. Der Grund für dieses überraschende Outing ist ein Ex-Freund, der sie erpressen wollte. Er habe gedroht, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen. So entschloss sie sich selbst, ihre Diagnose öffentlich zu machen. "Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen", schreibt die 29-jährige Künstlerin.

Kommentar- und Like-Flut

Doch seit der Veröffentlichung vor 15 Stunden geht die Zahl der Likes fast sekündlich rauf. Mittlerweile sind es knapp 29.000 (Stand 16.4. um 12:14). Die Kommentare ihrer Fans sind voll der Unterstützung für die Künstlerin. Auch Musical-Star Uwe Kröger hat sich zu Wort gemeldet und kommentiert.

Ihre Gründe

Doch sie betont, ihre Gründe gehabt zu haben, weshalb sie bislang nicht mit der Diagnose an die Öffentlichkeit gegangen ist. Ihre Familie wisse zwar von Anfang an Bescheid, aber "ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart".

Private Information

Auch ihr Freundeskreis wusste Bescheid und unterstützt sie. Sie gehen mit einer Unbefangenheit um, die sie jedem Betroffenen wünschen würde. Zum anderen sei dies eine Information, die hauptsächlich für jene Menschen relevant sei, mit denen sexueller Kontakt infrage komme, erklärt die 29-Jährige.

Mut machen

"Coming-out ist besser als von Dritten geoutet zu werden. Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben", schreibt  Conchita  weiter.

Geht ihr gut

Ihre Fans beruhigt sie. Ihr gehe es gesundheitlich gut und sie sei "stärker, motivierter und befreiter denn je". An ihre Fans richtet sie zudem folgende Worte: "Die Information über meinen HIV-Status mag neu für euch sein - mein Status ist es nicht!" Sie bedankt sich für die Unterstützung ihrer Fans.

HOSI Wien: "Wichtiges Zeichen"

Auch von der Homosexuelleninitiative (HOSI) Wien hat Conchita für ihr Outing Zuspruch bekommen. "Nach den Fortschritten in der Behandlung von HIV ist die soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV oder AIDS zur oftmals größten Belastung für die Betroffenen und Angehörigen geworden und Conchitas Outing ein wichtiges Zeichen", sagte Obfrau Lui Fidelsberger.
 
"Es muss endlich ein nüchterner Umgang mit dieser Infektionskrankheit eingeleitet werden, damit betroffene Menschen ohne Ängste und Zwänge über ihre Situation sprechen können", erklärte Fidelsberger in einer Aussendung. "Wir danken deshalb Conchita für diesen wichtigen Schritt. Wir sind überzeugt, dass ihr Coming-out vielen Menschen Mut machen wird und sind stolz, dass sie Botschafterin für die kommende EuroPride Vienna 2019 ist", sagte Obmann Moritz Yvon. "In ihrem Umgang mit Anfeindungen, Schmähungen und nun sogar Erpressungsversuchen ist sie ein großes Vorbild."

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