Das sagt ÖSTERREICH

Der neue Wiener SPÖ-Chef kann nur Ludwig sein

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Der SPÖ stehen nach dem Silberstein-Wahldebakel, dem Absturz in die Opposition und der Fast-Pleite schwere Zeiten bevor. Umso wichtiger wird es für die einst so stolze Kreisky-Partei werden, wie sie in ihrer Hochburg Wien den Übergang zum neuen Bürgermeister schafft.

Michael Häupl hat seinen Abschied angesagt. Auch wenn er seit Monaten kaum noch auftritt, lustlos wirkt und die Stadt immer mehr im rot-grünen Chaos versinkt – Wien ist die lebenswerteste Stadt Europas, Häupl eine Legende, und die SPÖ hat die Oktober-Wahl zumindest in Wien fulminant gewonnen.

In meinen Augen steht der Nachfolger von Häupl definitiv fest: Es kann nur Michael Ludwig sein. Der Wohnbau-Stadtrat hat eine klare Mehrheit der Bezirke und Funktionäre hinter sich. Weit und breit ist kein ernst zu nehmender Gegner in Sicht.

Christian Kern wäre als Bürgermeister eine Lachnummer, ein Jobhopper aus Verzweiflung.

Andreas Schieder, der seriöseste Gegenkandidat zu Ludwig, wäre verrückt, wenn er aus der gesicherten Position des Klubchefs auf die „Blutwiese“ eines Wien-Duells wechseln würde.

Andere Nachfolger hat Michael Häupl nicht rechtzeitig aufgebaut: Gerhard Zeiler und Brigitte Ederer denken nicht im Traum daran, in den Wiener Politsumpf zu tappen. Ulli Sima hat ihre Chancen verspielt. Und Jürgen Czernohorszky, Häupls Liebling, kennt im Rathaus nicht einmal der Portier.

Zu Michael Ludwig als Bürgermeister gibt es in der Wiener SPÖ keine Alternative. Und Ludwig ist tatsächlich ein Bürgermeister-Typ, wie ihn Wien jetzt braucht: bürgernah, tatkräftig, fast hyperaktiv, ein Realist und kein rot-grüner Spinner. In der Tat muss Ludwig Rot-Grün neu starten und das Chaos be­enden, dann endlich wieder neue Initiativen in der Stadtpolitik setzen und den Intrigantenstadl SPÖ befrieden. All das kann er.     

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