Verzweiflungstat nach Kindsmissbrauch

Baby-Mord: Ex-Diplomat im Zwielicht

Ein Ex-Botschafter soll durch einen Missbrauch eine tödliche Tragödie ausgelöst haben.

Wien. Das ganze Land ist fassungslos und steht vor einem Rätsel. Wie berichtet, soll eine 37-jährige Mutter im Wiener Donauspital ihren acht Monate alten Säugling mit einem Polster erstickt und anschließend versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Schrecklich genug. Doch die Hintergründe dieser Tragödie machen völlig sprachlos. Ein ehemaliger Botschafter steht unter Verdacht, die Familientragödie ausgelöst zu haben.
 

Sohn zeigte den
eigenen Vater an

Der Top-Diplomat sitzt in U-Haft, weil ihm vorgeworfen wird, sein Enkerl sexuell missbraucht zu haben. Emilia (4) ist die ältere Schwester des getöteten Babys und die Tochter der mutmaßlichen Mörderin. Die 37-jährige Philippinerin ist die Schwiegertochter des inhaftierten früheren Botschafters in Peking.
 
Sie hatte sich mit ihren beiden Kindern ins Spital geflüchtet, nachdem Emilia erzählt hatte, was der Opa mit ihr am Christtag gemacht haben soll. Die Aussage der Vierjährigen ist auf einem 24-minütigen Video und in einem zehn Seiten langen Protokoll festgehalten. Der Vater des Kindes, ein Pilot, ist damit zur Polizei gegangen und hat seinen eigenen Vater angezeigt.

 

Verdacht: Auch 2. Kind
sollte getötet werden

Der Senior war nicht nur ranghoher Beamter, sondern auch eine schillernde Persönlichkeit, die einst in China für einen handfesten Skandal gesorgt hatte. Wegen ungebührlicher öffentlicher Auftritte und angeblichen Prostituierten-Partys in der österreichischen Residenz wurde der heute 69-Jährige abberufen.
 
Soweit der bekannte Fall, der jedoch etliche Fragen aufwirft: Wie verlässlich sind die Aussagen eines kleinen Mädchens, warum wollte die Mutter Selbstmord begehen und weshalb tötete sie ihren Säugling? Wollte sie das Baby so vor dem Opa schützen? Die 37-Jährige konnte noch nicht einvernommen werden, der beschuldigte Ex-Diplomat bestreitet die Vorwürfe: „Ich habe nur mit ihr gekocht“, sagt er. Sein renommierter Verteidiger Rudolf Mayer: „Im Augenblick gibt es keine Beweise."
 
Zuletzt ist die Tragödie noch undurchsichtiger geworden. Inzwischen gibt es den Verdacht, dass die Mutter nicht nur ihr Baby, sondern auch Emilia mit in den Tod nehmen wollte. Belegt ist dies jedoch nicht.
Aussagen von Bekannten, wonach der Ex-Botschafter schon in der Vergangenheit einschlägig aufgefallen sein soll, machen die Runde. Auch das ist nicht bewiesen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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