Mafia-Villa

So wäscht Mafia Geld in Baden

Mit illegalem Geld wollte die Mafia das große Geschäft mit einer Villa in Baden machen.

In der Kurstadt Baden ist die Überraschung nach wie vor groß: Mitten im Ort hat die italienische Mafia eine Luxusvilla gekauft und ausgebaut (ÖSTERREICH berichtete). Aber warum eigentlich, fragen sich die ­Badener. Antwort: Den Familienclans der Organisation ’Ndrangheta geht es um Geldwäsche ihrer illegalen Einnahmen.

Wienerin fungierte 
als Strohfrau der Mafia
Und die funktioniert so: Die Villa in Baden stand vor rund zwei Jahren zum Verkauf. Der Wert damals: 1,1 Millionen Euro für die 300 Quadratmeter große Immobilie und den 700 Quadratmeter großen Garten an der Josef-Klieber-Straße. Der Finanzboss des ’Ndrangheta-Clans Pesce, Claudio L. aus Rosarno, stellte das Geld zur Verfügung, setzte jedoch eine Strohfrau ein. „Es handelt sich um eine Rumänin mit Wohnsitz in Wien, die im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen wurde“, sagt ein Nachbar.

Nach dem Kauf steckten die Italiener weitere 1,5 Millionen Euro aus ihren illegalen Geschäften in die Villa. Zwei Jahre lang war das Haus eine Baustelle, nur selten wurde ein Auto mit italienischen Kennzeichen gesichtet. Bewohnt wurde es in der ganzen Zeit nie.

Jetzt sollte es zunächst für 4,8 Millionen Euro verkauft werden, der Preis ist inzwischen auf 4,4 Millionen Euro gesunken. Doch auch dieses Geld wird die Mafia nicht kassieren. Die Villa wurde durch den italienischen Staat nach einer groß angelegten Razzia konfisziert, Claudio L. in Spanien festgenommen.

Posten Sie Ihre Meinung