Kritik an Betreuung

Suizid von Flüchtingsbub: Unicef rügt Europa

UN-Kinderhilfswerk fordert bessere Betreuung traumatisierter Kinder.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fordert Europa zu einer besseren Betreuung traumatisierter Flüchtlingskinder auf. Buben und Mädchen seien durch den Verlust ihrer Heimat stark gezeichnet. "Für einige ist es einfach zu viel, das zu ertragen", betonte Unicef am Mittwoch in Genf.

Die Minderjährigen bräuchten rechtzeitig psychologische Hilfe, die Langzeitfolgen für ihr Leben und die Gesellschaft seien ansonsten nicht berechenbar. Anlass war der Suizid eines elfjährigen Flüchtlingsbuben in Niederösterreich.

Der Elfjährige war eines von sieben Geschwistern in einer Flüchtlingsunterkunft in Baden. Der älteste Bruder, ein 23-Jähriger, hatte die Obsorge für seine drei Brüder und drei Schwestern, die allesamt minderjährig waren. Der Elfjährige erledigte Botengänge für die Familie. Die Diakonie hatte bereits im Dezember des Vorjahres Alarm geschlagen, dass der junge Mann überfordert war. Er würde seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommen, keine Schulsachen kaufen und mit den Kindern nicht zum Arzt gehen, hieß es in dem Schreiben vom 22. Dezember des Vorjahres.

Einer der drei Brüder des 23-Jährigen hat das Down-Syndrom. Der Neunjährige sei mehrmals von der Polizei nach Hause gebracht worden, vor Autos gelaufen, im Haus nackt herumgelaufen und habe auf den Gang uriniert. Außerdem gehe er manchmal zu einem Supermarkt und bettle um Essen. Die zuständigen Stellen meinten in einer offiziellen Stellungnahme, es habe keine Auffälligkeiten bei der Familie gegeben. Der Elfjährige hatte sich vor etwa eineinhalb Wochen umgebracht.
 

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