Er verehrte Hass-Prediger

So radikal war der Messerstecher

Der Messer-Attentäter von Hietzing war strenggläubig, amtsbekannt und gewaltbereit.

Nach der Attacke auf einen Soldaten vor dem Wohnsitz des iranischen Botschafters, der mit Frau und Kindern daheim war, zeichnet sich immer mehr ein islamistischer Hintergrund (eines jungen Mannes, der sein Leben nicht im Griff hatte) ab.

Fünf Mal am Tag schon beim Heer gebetet

  • Schule: Der vom diensthabenden Wachsoldaten in Notwehr erschossene gebürtige Wiener und Spross einer ägyptischen Familie war ein unauffälliger, erfolgreicher Schüler der Arabischen Schule in der Julius-Meinl-Gasse in Ottakring, wo er auch maturierte.

  • Bundesheer: Danach ging er zum Bundesheer, wo er 2012 bei der Garde diente. Laut Heer war er damals als strenggläubiger Muslim eingerückt. Sie dürfen fünf Mal am Tag beten, bekommen ein eigenes Essen, dürfen sich einen Bart wachsen lassen, Gebetsräume nutzen und bekommen an islamischen Feiertagen dienstfrei.

Spielsucht, Drogen, die Familie attackiert

  • Spiele und Drogen: Danach dürfte er allerdings keinen Job gefunden haben, wurde spielsüchtig und fing (so ein Freund) an, zu kiffen. Er soll seine Familie, die in einem Gemeindebau in Penzing wohnte, bestohlen, bedroht, verprügelt haben, sodass die eigene Mutter ihn anzeigte und sogar ein Betretungsverbot gegen ihren Sohn erwirkte.

  • Salafismus: Der fast logische nächste Schritt: Je mehr sein Leben aus den Fugen geriet, desto mehr verstieg sich Mohamed El-M. in den Glauben und radikalisierte sich zunehmend. Das zeigen Ausschnitte seines Facebook-Profils (siehe Kasten rechts). Dort ist auch ein Link zur Community „Sunnitische Gefangene Iran“. Ist hier das Motiv für den Angriff in der Wenzgasse in Hietzing zu suchen – der mit dem (Märtyrer-)Tod des 26-Jährigen endete? Michaela Kardeis, Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, sagte am Dienstag: „Die Untersuchungen laufen. Dass er mit dem politischen Islam sympathisierte, ist aber eindeutig erkennbar.“

Botschafter bedankt sich bei den Behörden

Der junge Korporal, der in Notwehr zuerst zum Pfefferspray griff und danach im Kampf auf Leben und Tod die Waffe zog und vier Mal auf den Angreifer schoss – die letzte Kugel tötete Mohamed El-M. – ist weiterhin in psychologischer Betreuung. Eine posttraumatische Belastungsstörung droht.

Der Botschafter der Islamischen Republik Iran in Wien, Dr. Ebadollah Molaei, bedankt sich indes für alle Bemühung der zuständigen Ministerien sowie den Einsatz der Polizei und bedauert die Verletzung des Soldaten.

Radikale Welt des Mohamed El-M.

Die Behörden geben sich noch vorsichtig, ob der Botschafts-Attentäter „Sympathie für den politischen Islam“ habe. Sein Facebook-Profil zeigt indes deutlich: Mohamed El-M. war, was die „Gefällt mir“-Angaben zeigen, radikalisiert.

© Facebook

  1. Ansarul Aseer Original: Diese islamistische Facebook-Community setzt sich unter anderem für die Freilassung des zu lebenslanger Haft verurteilen  Hasspredigers Ebu Tejma alias Mirsad Omerovic ein.

  2. Pierre Vogel ist ein islamistischer  Hassprediger und ehemaliger Boxer.  Der Konvertit gilt als einflussreicher Prediger in der deutschen Salafismusszene.

  3. Sven Lau, auch bekannt unter dem Pseudonym Abu Adam, ist ein deutscher islamistischer Prediger und Aktivist. Wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung wurde er (nicht rechtskräftig) 2017 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

  4. Sunnitische Gefangene Iran: Hier ist offensichtlich das Motiv zu suchen, warum El-M. den Wohnsitz des iranischen Botschafters stürmen wollte.

(kor)

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