Kanzler auf Besuch in Paris

Kurz will mit Macron EU verändern

Kurz trifft Frankreichs Macron. „Es gibt große Schnittmengen“, sagte der Kanzler nach dem Gespräch im Élysée.

Élysée-Palast im Herzen von Paris, Amtssitz des französischen Präsidenten. Ein Prachtbau. 365 Zimmer, Hunderte Bedienstete. Kronleuchter, viel Porzellan, 380 alte Pendeluhren. Präsident Macron und seine Première Dame Brigitte Macron residieren im östlichen Flügel.

Ehren. Sebastian Kurz wird im Ehrenhof empfangen – mit allen militärischen Ehren. Macron begrüßt mit federndem Schritt: ein Lächeln, ein Handschlag. So, als würden sich alte Bekannte treffen. Dann ziehen sich die beiden politischen „Himmelsstürmer Europas“ (Zeit) zum zweistündigen Vieraugengespräch zurück.

© APA/ROLAND SCHLAGER

Rechts. Sebastian Kurz ist 31, Macron 40. Kurz wurde oft in einem Atemzug mit Macron genannt. Aber: Im Gegensatz zu Macron, der die Rechte Marine Le Pen in die Schranken wies, gab Kurz dem Rechtsruck nach. Frankreichs Medien nannten ihn darauf „Anti-Macron“.

Beim Kurz-Besuch war das kein Thema, so der Kanzler: „Ich halte es für ausgesprochen positiv, dass es mit Emmanuel Macron einen französischen Präsidenten gibt, der den Anspruch hat, die EU zum Positiven zu verändern, denn es braucht Reformen“, sagt Kurz.

Bei der Pressekonferenz suchte man das Gemeinsame. Macron – und auch Kurz – wollen heuer eine Roadmap, also einen genauen Fahrplan für die Neugründung der EU. Wohin die Reise geht? Kurz: „Wir brauchen mehr Sicherheit. Aber in kleinen Fragen soll sich Brüssel zurücknehmen.“

Ob ihn die FPÖ-Regierungsbeteiligung störe, wird der Franzose gefragt. Macron will sich nicht einmischen, betonte er diplomatisch. Aber er kämpfe gegen die Rechte, wo immer es nötig sei …

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