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Klubchef tritt ab, Pilz vor Comeback

Machtkampf in der Liste Pilz: Kolba geht

Knalleffekt in der Liste Pilz: ­Peter Kolba legt Klubchef-Posten nieder, tritt aus Partei aus.

Paukenschlag in der Liste Pilz: Klubobmann Peter Kolba wirft das Handtuch. Er legt seine Funktion zurück und trat am Sonntag sogar aus der Partei aus. Damit steht die erst 2017 gegründete Liste Pilz erneut ohne Führung da, nachdem Parteigründer Peter Pilz bekanntlich nach Vorwürfen sexueller Belästigung sein Mandat nicht antrat.

Konflikt

Hintergrund von Kolbas überraschendem Rücktritt dürften heftige interne Konflikte sein – nicht zuletzt mit Peter Pilz, der derzeit im Hintergrund agiert und ins Parlament zurückkehren will. ­Kolba fungierte als interimistischer Klubchef und hört nun auf. Er ziehe „jetzt mal die Konsequenz“, schreibt Kolba in der internen Facebook-Gruppe der Liste Pilz. Ab 1. Mai werde er normaler Abgeordneter sein und seine Themen – etwa den Konsumentenschutz – im Parlament weiter verfolgen.

Damit wäre wieder kein Mandat für Pilz frei. Dieser bastelt derzeit am Antrag für einen Geheimdienst-U-Ausschuss (siehe Politik-Insider) und erklärte zuletzt, dass er zurückkehren wolle, sobald die Vorwürfe gegen ihn „restlos geklärt sind“.

Verzichtet Noll für ein Comeback von Pilz?

Liste-Pilz-Mandatar Wolfgang Zinggl erklärt, dass er noch mit Kolba reden und diesen als Klubchef halten wolle. Kolba selbst will heute im Rahmen einer Pressekonferenz Stellung nehmen. Kolbas Kritik – wonach der Aufbau der Partei zu langsam laufe – teilt Zinggl nicht. „Holprigkeiten am Anfang“ seien „normal“, sagt der langjährige Ex-Grünen-Mandatar. Laut Zinggl werde Kolba kein fraktionsloser („wilder“) Abgeordneter. Er selbst sei auch kein Parteimitglied, so Zinggl – es sei also kein Problem, wenn Zinggl die Mitgliedschaft zurücklege.

Bleibt Kolba im Parlament, müsste im Fall eines parlamentarischen Comebacks von Pilz ein anderer Abgeordneter zurücktreten. Insidern zufolge könnte Anwalt und Liste-Pilz-Mandatar Alfred Noll demnächst freiwillig für Pilz Platz machen. Listensprecherin Maria Stern erfuhr von Kolbas Austritt jedenfalls via oe24.TV. Das Chaos geht weiter …

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Stern: "Kolba war starker Fels in Brandung"

Maria Stern, Bereichssprecherin der Liste Pilz, zum Rücktritt von Peter Kolba.

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu Kolbas Schritt?

Maria Stern: Ich habe davon nichts gewusst, habe es von oe24 erfahren. Ich finde es sehr schade, dass er zurücktritt. Ich war anfangs überrascht, dass er sich die Arbeit des Klubobmanns antut – aber er hat das sehr gut gemanagt, als starker Fels in der Brandung sozusagen.

ÖSTERREICH: Sind Sie überrascht vom Rücktritt?

Stern: Kolba hat immer gesagt, dass er das Amt des Klubobmanns nur bis Ende April machen will. Insofern bin ich nicht wirklich überrascht. Ich hoffe, dass wir aber weiter zusammenarbeiten. Seine politischen Themen sind Kolba extrem wichtig, und er wird das weiter verfolgen.

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