In einer Woche wählt Niederosterreich

Schafft Mikl die Absolute?

Es ist die Frage der NÖ-Landtagswahl. Behält die ÖVP ihre absolute Mandatsmehrheit?

St. Pölten. Und das ist nicht unmöglich: In der letzten ÖSTERREICH-Umfrage vor der Wahl rutscht die ÖVP von Johanna Mikl-Leitner auf 45 % ab – kommen aber Grüne und Neos nicht in den Landtag, winkt eine Mandatsabsolute ab 46 bis 47 %...
 

Talk mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

ÖSTERREICH: Sie plakatieren jetzt „Miteinander“ im Wahlkampf – vor zwei Jahren waren Sie noch die harte Innenministerin. Wie haben Sie den Wechsel hingebracht?
 
Johanna Mikl-Leitner: Gleich bei meinem Amtsantritt habe ich den Stil beschrieben, in dem ich Niederösterreich führen will, eben den Stil des Miteinanders. Ich glaube, die Menschen erwarten sich, dass wir über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. Ich sehe meine Aufgabe darin, die verschiedenen Ideen der Parteien zu gemeinsamen Lösungen zusammenzuführen.
 
ÖSTERREICH: Ihr Wahlziel?
 
MIKL-LEITNER: Ich bitte meine Landsleute bei meiner ersten Wahl um einen Vertrauensvorschuss. Wenn man sich umschaut, weiß man, dass absolute Mehrheiten nicht mehr erreichbar sind. Ich orientiere mich an den stärksten Landeshauptleuten. Es kursieren derzeit Umfragen, in denen wir bei 45 % liegen. Wenn wir das erreichen, wäre das ein sensationelles Ergebnis.
 
ÖSTERREICH: Wie wollen Sie regieren ohne Absolute? In einer Koalition mit einer Partei – oder im freies Spiel der Kräfte?

MIKL-LEITNER: In unserem Wahlrecht entscheiden die Wähler direkt, wer in die Landesregierung einzieht. Ich strebe jedenfalls Arbeitsübereinkommen mit allen Par­teien an, die Teil der Landes­regierung sind.

ÖSTERREICH: Realistischerweise sind das SPÖ und FPÖ – nicht einfach, oder?

MIKL-LEITNER: Ja – aber wir fassen ja schon jetzt 99,8 % der Regierungsbeschlüsse einstimmig.
 
ÖSTERREICH: Trotzdem, die FPÖ beschimpft Sie als „Moslem-Mama“ – da soll eine Zusammenarbeit klappen?
 
MIKL-LEITNER: Am 29. Jänner ist die Landtagswahl vorbei und dann hoffe ich, dass wieder Vernunft einkehrt, denn ab 29. muss wieder fürs Land zusammengearbeitet werden. Die Wähler werden entscheiden, ob wir einen der­artigen Stil und Ton in NÖ brauchen.
 
ÖSTERREICH: Sie haben vor knapp einem Jahr von Erwin Pröll übernommen – haben Sie ihn schon um Rat gefragt?

MIKL-LEITNER: Erwin Pröll ist immer bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich schätze seine Freundschaft sehr. 
 
Interview: G. Schröder

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