"Letztklassiges Facebook-Posting"

Waxing-Fall: Heftige Kritik an Mitterlehner

Gestern sorgte Waxing-Lady Wagner für Furore, heute ein Mitterlehner-Posting.

Wenn es nach dem Arbeitsinspektorat geht, soll Intim-Waxing im Schönheitssalon von Ex-Miss Katia Wagner (28) in der Wiener City künftig mit Blick ins Freie und damit einsehbar durchgeführt werden – hieß es zumindest noch vor kurzem.

Auch wenn der Arbeits­inspektor inzwischen Kompromissbereitschaft signalisiert, ist die Causa bis in die Politik vorgedrungen. Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist sie gar zur Steilvorlage geworden. In Richtung Kanzler Kern sagt er noch im Jänner: „Wir brauchen eine Generalreform des Arbeitsschutzrechts. Worauf warten? Das Problem ist erkannt, lösen wir es rasch.“

Heftige Kritik

In einem Facebook-Posting verschaffte sich Katia Wagner am Montag plötzlich Luft: „Liebe Freunde, lasst' Euch nicht verarschen: alles bleibt beim Alten. Kein Plan A, kein Plan B, einfach nur same shit.“

Promt reagierte Reinhold Mitterlehner auf das Wut-Posting der Waxing-Lady. Er teile ihr Anliegen, schreibt er auf Facebook.



Am Dienstag schaltete sich schließlich auch Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida ein. Er kritisiert das Facebook-Posting von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner auf's heftigste: "Es ist verwerflich, wenn sich Politiker dafür hergeben, eine wertvolle Einrichtung wie das Arbeitsinspektorat schlecht zu machen. Das Arbeitsinspektorat leistet wertvollste Arbeit und hat es sich nicht verdient, für ein paar Likes derart verhöhnt zu werden. Alleine im Jahr 2015 hat es über 156.000 Arbeitsunfälle gegeben, davon waren 73 tödlich und das finden wir nicht lustig", so Hebenstreit in einer Aussendung.

Mitterlehner "verhöhnt Opfer"

Darüber hinaus wirft Hebenstreit Mitterlehner vor, eben diese Opfer zu verhöhnen, "weil es scheinbar recht amüsant sein mag, die Lebensretter der Arbeitswelt runterzumachen."

Er habe eine Frage an den Vizekanzler: "Überbringen Sie künftig die Todesmeldungen an die Familien und erläutern Sie den Hinterbliebenen der 73 Opfer ihren feinen Sinn für Humor, was den Arbeitnehmerschutz betrifft?", so der vida-Vorsitzende.

Strafen für verantwortungslose Arbeitgeber

"Ja, auch die Gewerkschaft ist gegen unnötige Bürokratie. Dann machen wir aber gleich Nägel mit Köpfen und schaffen wir die Bundesländer ab. Beim Arbeitnehmerschutz wünsche ich mir eine Reform der Strafen", teilte der Gewerkschafter mit.

"Missachtung des Arbeitnehmerschutzes mit Verletzungsgefahr gehört ebenfalls strafrechtlich und nicht mit Verwaltungsstrafen pönalisiert. Dann löst sich auch die Frage mit dem Kumulationsprinzip von selbst!" Abschließend fordert der vida-Vorsitzende, "dass Mitterlehner vor Absetzen von Facebook-Postings nicht vergessen soll, wie die Botschaft bei Opfern und Hinterbliebenen von Arbeitsunfällen ankommen kann!"

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