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Wahlkampf

Van der Bellens emotionaler Appell an die Wähler

Jetzt steigt Bundespräsident Alexander Van der Bellen in den Wahlkampf ein.

In seiner Rede beschwor Präsident Van der Bellen auch Zusammenhalt: Er werde nach der Wahl darauf achten, dass die neue Regierung eines nicht aus den Augen verliere: Österreich solle auch künftig ein Land "im Herzen der Europäischen Union" sein, "ein Land, in dem das Miteinander, der gegenseitige Respekt und die in unserer Verfassung verankerten Grundwerte der Kompass unseres Handelns bleiben."
 
Auf die Journalistenfrage nach seiner Erklärung, ob er eine Regierung mit FPÖ-Beteiligung angeloben würde, gab sich Van der Bellen diplomatisch und verwies eben auf die Bedeutung der EU: Er habe immer gesagt, dass er "größten Wert" darauf lege, dass Österreich eine Regierung bekomme, "die sich der Wichtigkeit der europäischen Einheit bewusst ist".

Appell an die Wähler
 
Zu Beginn seiner Rede appellierte Van der Bellen an die Bevölkerung, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Nehmen Sie das ernst", bat er. Bei der Entscheidung solle man daran denken, was insgesamt im Interesse Österreichs sei. "Das Gemeinwohl im Auge zu behalten, ist keine ganz einfache Sache", räumte Van der Bellen ein. Man lebe in Zeiten des Eigennutzes, die Gesellschaft sei zunehmend fragmentiert. "Was uns zusammenhält, ist die Bereitschaft, füreinander da zu sein", erklärte das Staatsoberhaupt. "Der Zusammenhalt beginnt dort, wo der Egoismus aufhört."
 
Die Zeiten seien geprägt von kurzfristigem Denken. Aber, so Van der Bellen: "Ich halte eine solche Kurzfristigkeit im Denken und Handeln grundsätzlich für problematisch. Und für völlig unangebracht in der Politik." Man müsse in größeren Zeiträumen denken und "die Auswirkungen unseres Handelns nicht nur auf die nächsten paar Wochen, Monate oder Jahre berücksichtigen, sondern für die nächsten Generationen". Die Arbeit einer künftigen Regierung werde sich daran messen lassen müssen, "ob ihre Entscheidungen dazu angetan sind, langfristig positive Effekte zu erzielen".

Wichtigkeit von EU betont
 
Van der Bellen gab dann auch einige Themen vor, die seiner Ansicht nach relevant sind. So gelte es, am Gelingen des gemeinsamen europäischen Projekts mitzuarbeiten. "Europa braucht uns. Und wir brauchen Europa." Es gehe nicht nur um die Wirtschaftsmacht, sondern auch um das Friedensprojekt. Die großen Probleme, zu denen sicher auch die Migration gehöre, könne man nur gemeinsam lösen. Das Thema Migration werde auch über eine Legislaturperiode hinaus aktuell sein und werde "mit kurzfristigen, reflexhaften Maßnahmen nicht zu lösen sein", warnte Van der Bellen. "Auch hier braucht es gemeinschaftliches, verantwortliches, längerfristiges Denken."
 
Als Herausforderungen genannt wurden vom Staatsoberhaupt auch Klimawandel, Digitalisierung, Bildung, Wirtschaftsperspektiven und die Kluft zwischen Arm und Reich. "Mein Appell ist: Bevor Sie wählen gehen, denken Sie bitte darüber nach, welcher der wahlwerbenden Parteien Sie am ehesten zutrauen, sich dieser Themen anzunehmen." Die Bevölkerung solle versuchen, "tiefer hinter die mehr oder weniger interessanten Slogans zu blicken". Es sei "besser, sich jetzt zu informieren, als nachher zu lamentieren", befand Van der Bellen. "Lassen Sie uns optimistisch und mutig in die neuen Zeiten gehen."

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