Wahl-Insider

Die geheime Silberstein-Kampagne

Die SPÖ hatte bereits im Jänner fertigen Anti-Kurz-Wahlkampf

Dass der rote Wahlkampf nicht gerade glücklich läuft, gibt selbst SPÖ-Chef Christian Kern zu. Dabei war die SPÖ seit Monaten vorbereitet, wie die bislang geheime Wahlkampagne von Tal Silberstein zeigt, die ÖSTERREICH nun vorliegt. Am 24. Jänner hatte Kern der ÖVP, damals noch unter VP-Chef Reinhold Mitter­lehner, mit Neuwahlen gedroht. Am 25. Jänner schickte die Agentur von Tal Silberstein in Tel Aviv bereits eine ausgefeilte Wahlkampfkam­pagne nach Wien (siehe rechts). Die darin vorgeschlagenen Sujets und Slogans sind dabei interessant und bemerkenswert.

SPÖ wollte »ÖVP in die Opposition schicken«

Die Kampagne wäre auf fünf Wellen aufgeteilt gewesen: In einer ersten Serie wäre die „Attack Wave“ gestanden – die Angriffswelle, die bereits im Jänner klar Sebastian Kurz im Visier hatte. Auf fünf eigenen Plakatvorstellungen war er jeweils als dominierende Person im Vordergrund dargestellt. Neben ihm wurden als Schattenmänner Mitterlehner, Ex-ÖAAB-Chef Neugebauer, Erwin Pröll und Wolfgang Sobotka gezeigt.

Die Botschaften wären klar gewesen: „Warum gibt es keinen Mindestlohn, von dem man leben kann? Weil die ÖVP blockiert!“, lautet etwa ein Spruch. Drei ähn­liche Slogans in Bezug auf Schule, kleinere und mittlere Unternehmen und Steuerungerechtigkeiten wurden mit „Die ÖVP blockiert“, quittiert. Die Aufschlüsselung dieser Kampagne: „Schluss mit Blockade und Stillstand. Schicken wir die ÖVP in die Opposition!“

Ziel war eine Mehrheit 
aus Rot-Grün-NEOS

Danach sollten noch zwei „positive Wellen“, eine „Sicherheitswelle“ und eine Schlussauflösung (siehe rechts), folgen. Das Ziel dieser Kampagne war offenbar, nach einem Wahlkampf eine Rot-Grün-NEOS-Mehrheit zu erreichen. Der Kanzler schreckte im Jänner bekanntlich dann doch vor vorgezogenen Neuwahlen zurück und verhandelte mit der ÖVP ein neues Regierungsprogramm aus.

Der mittlerweile unter Hausarrest stehende Silberstein hatte am 25. Jänner aber offensichtlich mit Neuwahlen und Kurz gerechnet.

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