Partei droht Zerreißprobe

Streit in SPÖ um Kern-Nachfolger

Zwei rote Lager bereiten sich auf Kern-Nachfolge vor. Eines will Opposition, eines regieren.

„Ich bin ein Kernianer“, erklärte gestern Wiens Bürgermeister Michel Häupl und richtete damit ­seiner Partei eine eindeutige Botschaft aus. Schließlich steht der SPÖ eine veritable Zerreißprobe bevor. Sollte SPÖ-Kanzler Christian Kern bei der Nationalratswahl am 15. Oktober tatsächlich auf Platz 3 abstürzen, würden einige Rote gleich ihre politischen Messer zücken.

Zwei Lager stehen schon bereit. Den linksliberalen Flügel dirigiert eben Häupl. Er will SPÖ-Klubchef An­dreas Schieder an die Parteispitze hieven – glauben jedenfalls die SPÖ-internen Gegner dieses Flügels.

Doskozil derzeit mit guten Chancen auf SP-Chefjob

Auf der anderen Seite steht Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl, der seinen Ex-Büroleiter, Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, in Stellung bringt. Diese Partie bereitet sich ­bereits seit Langem auf die Machtübernahme vor und hat ebenfalls wichtige Mitstreiter in Wien. Mit den großen Flächenbezirken (siehe Wahl-Insider im Wahlextra), werden seit Langem geheime Gespräche geführt.

Doskozil, der die SPÖ auch als Dritte unbedingt in der Regierung halten will, hat die Unterstützung der Arbeiterkammer und von Teilen der Gewerkschaft, die ebenfalls wieder regieren wollen. Im Unterschied zum Häupl-Lager, das bei einem Totalabsturz den Gang in 
die Opposition präferiert. SPÖ-Insider tippen aber darauf, dass man Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser als Kompromisskandidaten nicht unterschätzen sollte.

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