Das sagt Österreich

Ein Duell ohne Sieger - aber mit Verlierer!

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Kanzler Christian Kern hat gestern mit dem Mut der Verzweiflung um seine allerletzte Chance bei dieser Wahl gekämpft.

Nach allen Regeln der politischen Logik und der Demoskopie muss Kern nach dem Silberstein-Skandal mit einer gnadenlosen Wähler-Watsche rechnen.

Doch Kern hofft nicht nur auf die Gnade, sondern mittlerweile auch schon auf das Mitleid der Wähler.

Der sichtlich angeschlagene Kanzler positionierte sich im gestrigen TV-Duell gleich zu Beginn als Nachfolger seiner Vorbilder Kreisky und Vranitzky, damit die SP-­Basis für ihn doch noch alles mobilisieren möge.

Der Staatssender ORF ­ersparte Kern Silberstein

Der Staatssender ORF ging mit dem Kanzler mehr als gnädig um. Alle Fragen zur Silberstein-Causa blieben ihm zu Beginn erspart, stattdessen gab es wundersamerweise fast nur Fragen, die sich Kern vom Christkind wünschen durfte.

Kern war bei den sozialen Themen gut – insgesamt aber viel zu untergriffig, zu unfreundlich, unterbrach die Moderatorin ständig, war schlicht nicht Kanzler-like.

Der Kanzler wirkte müde – gewinnen wird er nicht

Kurz war bei Weitem nicht so locker und witzig wie beim Strache-Duell, aber deutlich frischer, reformfreudiger, auch freundlicher als der Altkanzler.

Es war ein Duell Jung- gegen Altpolitiker, obwohl Kurz viel länger in der Regierung saß als Kern.

Doch der Kanzler wirkte gestern erschöpft, ermattet, teils frustriert.

In einem schwachen Duell hat gestern keiner gewonnen – und der Kanzler damit die Wahl wohl verloren.

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