Das sagt ÖSTERREICH

Kann Österreich im Syrien-Krieg helfen?

Ein Kommentar von Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Der 3. Weltkrieg, der vor allem in Social Media beschworen wurde, ist wieder mal – Gott sei Dank – abgesagt. Trump und Putin haben zwar ein Wochenende Krieg gespielt, dabei aber immer kühle Nerven bewahrt und nie rote Linien überschritten.

Die West-Allianz aus Amerikanern, Franzosen und Briten hat mit ihrer Straf-Aktion gegen den Giftgas-Mörder Assad alles richtig gemacht.

Völlig zu Recht wurde der Welt gezeigt, dass niemand Giftgas-Bomben auf wehrlose Kinder tolerieren darf, dass Verbrecher – die solche Kriegshandlungen setzen – bestraft gehören.

Die 110 Raketen auf Syrien waren nur eine symbolische „Strafe“, sie haben – Gott sei Dank – keine Zivilisten, auch keine Soldaten, nicht einmal Wohngebäude getroffen, sondern nur einen Volltreffer in einem Giftgas-Forschungslabor gelandet. Dafür gehört den US-Militärs Respekt.

Assad weiß nun, dass ihm weitere Giftgas-Angriffe nicht mehr verziehen werden. Beim nächsten Mal werden die US-Raketen mit gleicher Präzision wohl seinen Palast in Schutt und Asche legen.

Trotzdem bleibt Frust zurück: Am politischen Desaster in Syrien ändern die 110 Raketen leider nichts. Assad wird weiter die Zivilisten und vor allem Kinder in den „Rebellengebieten“ massakrieren, das blutige Morden geht weiter, die Flüchtlingsströme werden nicht enden.

Das Raketen-Feuerwerk von Trump & Macron ist nur dann sinnvoll, wenn es zu einer Friedens- und Verhandlungslösung in Syrien führt. Die USA und Europa müssen sich in Syrien engagieren. Dafür braucht es entweder gezielte Bombardements. Oder – besser: endlich eine politische Strategie der Verhandlungen.

Dass Kurz & Kneissl in dieser ­Situation Österreich als Ort für neue Syrien-Verhandlungen angeboten haben, ist ein goldrichtiger Schritt. Wir sind als neutraler Staat in gleicher Distanz zu Russen und Amis, respektiert vom Iran ebenso wie den Saudis. Es ist gut, dass wir kleinen Ösis jetzt Flagge zeigen – und uns als Vermittler anbieten. Der Syrien-Krieg kann nur politisch gelöst werden – nicht mit Raketen.

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