Das sagt Österreich

Peter Pilz hat die Chance zum grünen Neustart

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Peter Pilz macht’s spannend – morgen will der grüne „Oldie“ ansagen, ob er bei der Nationalratswahl wirklich mit eigener Liste kandidiert oder in letzter Sekunde einen Rückzieher macht.

Alle, die Peter Pilz kennen, schwören: Er macht’s. Tatsächlich waren die Chancen für einen Neustart ins Parlament selten so günstig. Pilz kommt mit seiner links-grünen Liste schon vor der offiziellen Ansage auf 5 % der Stimmen.

Der Populist Pilz bedient die Medienorgel so perfekt, ist 
so gut vernetzt und weiß so genau, wie man Wahlkampfthemen setzt, dass er das schaffen könnte, was bisher als nicht machbar galt: ohne einen einzigen Euro Parteiförderung, ohne Milliardenvermögen à la Stronach oder Haselsteiner und ohne nennenswertes Wahlbudget ins Parlament zu kommen. Schon alleine das macht sein Experiment sympathisch.

Noch spannender wird angesichts der „Pilz-Show“ die Frage, wie die Grünen für ihre Unfähigkeit der letzten Monate abgestraft werden. Derzeit ist es leicht möglich, dass die Grünen mit weniger als 4 % aus dem Parlament fliegen. Verdient hätten sie sich das.

Schuld an dem Debakel ist einerseits der Bundespräsident, der mit der Verleugnung seiner grünen Parteizugehörigkeit, mit der Art, wie er den Grünen die Wahlkampfkassa ausgeraubt hat und dann in der Hofburg versagte, der grünen Bewegung schwer geschadet hat. Dazu kommt das völlige Chaos in der grünen Partei selbst.

So wird Peter Pilz auch zur Hoffnung auf einen grünen Neustart. Vielleicht schafft Pilz ja wirklich eine neue Art von Bewegung – eine Aufdecker-Partei, eine Experten-Liste, eine neue grüne Politik. Denn die alten Grünen kann man nicht mehr wählen.

Und vielleicht gelingt Peter Pilz damit auch der Beweis, dass nicht jede Neugründung einer Partei so wie bei Frank Stronach im politischen Straßengraben enden muss. Zu wünschen wäre das ihm und Österreich. Und den vielen Grün-Bewegten im Land.

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