Das sagt ÖSTERREICH

Wie die Politik Facebook reparieren muss

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner

Ich bin, wie Millionen Österreicher auch, auf Facebook, freilich nur mit einer „Fanpage“, weil mir die Preisgabe privater Daten suspekt war.

Ich halte Facebook für ein großartiges Medium der Vernetzung, der Kommunikation, auch der ­Interaktion. Es ist schön, wenn man „Realtime News“ von Freunden auf der ganzen Welt erfährt. Zuletzt ist Facebook freilich dramatisch „entgleist“.

Zuerst wurde Facebook zur Plattform der anonymen Hass-Poster – und damit des privaten und politischen Mobbings. Diese Hassorgien sind dabei, das Internet zu zerstören. In Österreich verdient etwa das Portal Standard.at mit endlosen anonymen Hass-Postings Millionen – und niemand stoppt diesen Wahnsinn, der gegen alle Gesetze verstößt.

Dann wurde Facebook zum In­strument der Rechtsextremen, für die Facebook die Wahlsiege bei Brexit und von Trump erst möglich machte. Es ist kein Zufall, dass auch in Österreich Strache „Facebook-Kaiser“ ist. Die Rechte dominiert Facebook.

Zuletzt wurde der Gutmenschenmythos dadurch zerstört, dass Facebook alle Daten seiner Benützer an jeden weiterverkauft, der zahlt. An Parteien wie an die Mafia, vor allem aber an Werbeagenturen, die Facebook in Wahrheit erpressen, um an die User-Daten heranzukommen.

Sie chatten mit der besten Freundin über Ihre Migräne? In Sekunden ist Anti-Kopfweh-Werbung auf Ihrem Handy! Sie suchen im Internet nach einem ­Malediven-Urlaub? Sofort wissen Facebook und Google alle Details – und bieten Dutzende Hotels an. Facebook wurde zu einem „Spionagenetzwerk“ der Werbung.

Das hat mit Social Media nichts mehr zu tun – das ist kriminell. Und das gehört sofort verboten.

Österreich hat in zwei Monaten eine Medienenquete, die all das neu regeln will. Wichtig wäre:

Ein Verbot von anonymen Hass-Postings – beinharte Strafen bei jeder Ehrenbeleidigung für die Besitzer der Seite, egal ob sie Standard oder Facebook heißen. Ein Verbot der Weitergabe von Daten der User an Dritte – harte Strafen aber auch für Werber und Firmen, die diese Daten kaufen.

Dazu klare Verantwortung der Eigentümer für ihre Seite (wie bei Medien) – und keine faulen Ausreden mehr, dass man nur „Transporteur“ und „Vermittler“ sei.

Das Problem Facebook muss die Politik schnell reparieren, damit die User wieder Vertrauen in „ihr“ Facebook und ins Internet generell haben können. In Österreich können wir damit beginnen …

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