Der Weg eines Pilzes vom Wald zum Anbau

Entwicklung von Pilzanbaumethoden am Beispiel des Igelstachelbartes.

Ziel war es, ein Verfahren für den Anbau des Igelstachelbartes (Hericium erinaceus, Synonyme: Affenkopfpilz, Löwenmähne, Pom-Pom blanc) zu entwickeln. Dieser Pilz ist in Österreich heimisch, jedoch ein eher seltenes Exemplar. Der Igelstachelbart wächst bevorzugt auf Laubholz wie Eiche, Walnuss, Buche, Ahorn, Platane. In der freien Natur kommt dieser Piz im Spätsommer und im Herbst in Laub- und Mischwäldern vor.

Seinen Namen verdankt der Igelstachelbart seiner außergewöhnlichen Form. Er ist rundlich-oval oder auch herzförmig und auf seiner Außenseite mit vielen dicht stehenden, langen Stacheln bedeckt. Es handelt sich um einen beigefarbenen bis weißen Fruchtkörper, welcher eine Größe von bis zu 30 cm erreichen kann. Die Stiele sind meist kurz und werden zwischen 10 und 25 Zentimeter dick. Das Fleisch ist weißlich und besitzt eine zähe, etwas faserige Konsistenz. Der Geschmack erinnert an Kalbs- oder Geflügelfleisch mit leicht fruchtigen Aromen von Kokosnuss und Zitronengras. Der Igelstachelbart ist reich an Kalium, Zink, Eisen, Germanium, Selen, Phosphor und enthält alle essentiellen Aminosäuren sowie Polysaccharide und Polypeptide.

Es wurden 5 Exkursionen in Tiroler Wälder unternommen und verschiedene Stämme von Hericium erinaceus aus unterschiedlichen Gegenden und Höhenlagen gefunden. Die Fruchtköper wurden anhand von Pilzbestimmungsbüchern unter Berücksichtigung des natürlichen Habitats vor Ort bestimmt.

Sporen oder Gewebeproben aus dem Fruchtköper werden zunächst im Labor unter kontrollierten Bedingungen auf Nährböden in Petrischalen zum Keimen gebracht. Aus den so gewonnenen Zellkulturen werden die schönsten und kräftigsten Myzelstränge durch Selektionierung veredelt, dies erhöht den Ertrag. Die ausgewählten Zuchtstämme werden anschließend auf Körnerbrut (ein Substrat auf Getreide Basis) vermehrt. Die Körnerbrut dient, sobald diese vollständig mit Pilzmyzel besiedelt ist, zum Beimpfen eines geeigneten Fruchtungssubstrates, das sich am natürlichen Lebensraum dieses Pilzes orientiert.

© Julia Stix Photography

In der freien Natur wächst der Igelstachelbart auf Laubholz, bevorzugt auf Eiche, Buche, Walnuss, Birke und Ahorn. Es wurden verschiedene Holzmischungen und sortenreine Substrate hergestellt. Die Besten Ergebnisse wurden mit einer Mischung aus Buchenholz in verschiedenen Körnungen, Bio-Roggenkleie und Gips erzielt. Die Komponenten werden gut vermischt und dann im Autoklaven sterilisiert. Das Holzsubstrat wird anschließend mit Körnerbrut beimpft. Sobald das gesamte Substrat durch den Pilz besiedelt wurde, sind die Myzelien fertig zur Fruchtung.

Mehr dazu: https://gluckspilze.com/Igelstachelbart-Hericium-erinaceus

© Tyroler Glückspilze

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