Mord im Luxus-Hotel

Banker tötete Callgirl wegen unerwiderter Liebe

Die Anklageschrift offenbart, was sich in der Tatnacht abgespielt hat.

Im September 2014 wurde ein heute 49-Jähriger in seiner Wohnung im Schweizer Küsnacht verhaftet. Er soll in einem Züricher Luxus-Hotel ein 25-jähriges Callgirl aus Polen getötet haben. Die Leiche der jungen Frau wurde von der Polizei im Weinkeller des Mannes entdeckt.

Im Juli muss der Ex-Banker nun vor Gericht. Die Anklageschrift offenbart nun die Details der grausamen Tat, berichtet "20 Minuten".

Unerwiderte Liebe

2012 habe der Mann seine Erwerbstätigkeit aufgegeben. Aus Einsamkeit habe er immer öfter Bordelle besucht. Dort lernte er Callgirl 'Alexa' kennen. Der Ex-Banker verliebte sich in sie, doch die Prostituierte habe diese Zuneigung nicht erwidert. 'Alexa' sei unangekündigt in ihre Heimat zurückgekehrt, so die Anklageschrift. Der Verlust des Callgirls habe den Mann schwer getroffen.

Ende 2013 lernte der Erwerbslose schließlich die Prostituierte 'Kathleen' kennen. Auch in sie verliebte er sich - sie sollte sein späteres Opfer werden. "Der Gedanke, von ihr zurückgewiesen zu werden, erinnerte ihn an seine Erlebnisse mit 'Alexa' und war ihm unerträglich", zitiert "20 Minuten" die Anklageschrift. Er habe gewusst, dass die 25-Jährige nur mit ihm verkehrte, weil sie wirtschaftlichen Profit aus der Situation schlagen konnte. "Seine Situation schien dermaßen aussichtslos, dass er meinte, der drohenden Kränkung nicht anders als durch Tötung des Opfers begegnen zu können, und entschloss sich dazu", so die Anklageschrift.

Verhängnisvolles Treffen

Also organisierte der immer stärker in finanzielle Schwierigkeiten geratene Mann in der Nacht von 15. auf 16. September 2014 ein Treffen im Luxus-Hotel Grand Dolder in Zürich. Er verabreichte 'Kathleen" das Betäubungsmittel Diazepam. Dann habe er das Callgirl gewalttätigt misshandelt, bis es tot gewesen sei, berichtet die Schweizer Zeitung. "Er schlug das Opfer, stieß es und kniete sich auf es. Er legte ihm eine oder beide Hände um den Hals und drückte kräftig zu", heiße es seitens der Anklage. Er habe der Polin viele Verletzungen, darunter Quetschungen, Blutungen und eine akute Lungenüberblähung, zugefügt.

Als das Callgirl tot war, habe er die nackte Leiche in einen Koffer gelegt. Diesen habe er am nächsten Morgen in sein Auto gelegt und daraufhin im Hotelzimmer gewartet, bis seine Lebenspartnerin die gemeinsame Wohnung verlassen hatte. Dann habe er die Leiche in einen Weinklimaschrank im Keller gelegt, "um die Verwesung der Leiche zu verzögern". Auch einen Duftstecker brachte er an, um den Verwesungsgeruch zu überdecken. Am 24. September konnte der Mann schließlich verhaftet werden.

Geforderte Strafe unbekannt

Derzeit sei noch nicht bekannt, welches Strafmaß der Staatsanwalt, der aufgrund des geplanten Vorgehens auf Mord plädiert, fordert. Dies soll erst bei der Verhandlung am 26. Juli 2017 bekannt gegeben werden.

"Es war kein Mord und die Tat war nicht geplant", so der Anwalt des Angeklagten. Es habe sich um das "tragische Ende eines Beziehungsstreits" gehandelt.

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