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Wem nützt es?

Schicksalswahl im Schatten des Terrors

In zwei Tagen wählt Frankreich. Die führenden vier Kandidaten liegen nur vier Prozent auseinander.

Die Wahl zum französischen Präsidenten steht jetzt im Schatten des aktuellen Terroranschlags. Wem nützt er? „Ich werde den radikalen Islamismus ausrotten“, poltert Marine Le Pen. „Ich werde unserem Land wieder Hoffnung geben und Europa umbauen“, sagt Emmanuel Macron. „Ich werde die Parasiten, die Finanzoligarchie, vertreiben“, ätzt Jean-Luc Mélenchon. „Ich werde die Sicherheit un­serer Nation wiederherstellen“, kündigt François Fillon an. Drei Tage vor dem ersten Wahlgang um den Élysée in Frankreich sind diese vier Kandidaten in der Favoritenrolle für die Stichwahl am 7. Mai.

28 Prozent der Wähler sind noch unentschlossen. In der letzten TV-Debatte sollten die Kandidaten gestern noch um jede Stimme kämpfen. Die bisherige sichere Favoritin der Präsidentschaftswahlen, die Frontfrau des rechtsextremen Front National, Le Pen, baut in der letzten Umfrage von Ipsos für Le monde auf 22,5 % ab. Sollte sie doch noch gewinnen, könnte sie das Ende der EU ­einläuten. Sie will ein Referendum über den Ausstieg aus der EU ansetzen.

Der sozialliberale Macron – der Ex-Minister ist der Hoffnungsträger Europas – liegt aber derzeit mit 23 % knapp vor Le Pen.

Ex-Trotzkist hat Chancen, neuer Präsident zu werden

Aber in den letzten zwei Wochen hat der radikale Linke Mélenchon um 7,5 Prozentpunkte dazugewonnen. Er profitiert vor allem vom Kollaps der bislang regierenden Sozialisten, deren Kandidat Benoît Hamon nur 8 % schafft. Setzt sich der Trend fort, könnte es am Sonntag zur Erosion des politischen Systems kommen – falls mit Le Pen und Mélenchon nur die extremen Kandidaten in die Stichwahl kommen.

Aber auch der umstrittene Frontmann der Konservativen, François Fillon, ist mit 19,5 Prozent noch im Spiel. Er punktet am stärksten bei den über 65-Jährigen, während Le Pen und Mélenchon die Lieblinge der unter 35-
Jährigen sind. Macron ist dafür der Kandidat des Verstandes – jene, die die Ra­dikalen verhindern wollen, votieren laut Ipsos für ihn.

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