Bis zu 1.000 Jugendliche

Gewalt-Mob und sexuelle Übergriffe bei Volksfest

Polizei spricht von "erschreckender Gewalt" gegen Einsatzkräfte.

In der deutschen Kleinstadt Schorndorf in der Nähe von Stuttgart ist es in der Nacht zum Sonntag zu Krawallen von bis zu 1.000 Jugendlichen gekommen. Das berichten mehrere deutsche Medien. Eine große Anzahl von ihnen habe Migrationshintergrund, so die Polizei.

Die Jugendlichen versammelten sich im Schlosspark der Stadt und zogen, teils mit Messern bewaffnet, durch die Innenstadt.

"Gewalt gegenüber den Beamten war erschreckend"

Die Beamten forderten zahlreiche Einsatzkräfte aus umliegenden Landkreisen an, um dem "massiven Aggressionspotenzial" Herr zu werden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Aufgrund der Vorfälle werde man in den kommenden Nächten mit zusätzlichen Einsatzkräften vor Ort sein.

"Die Gewalt gegenüber den Beamten war erschreckend", zog ein Polizeisprecher am Montag eine ernüchternde Bilanz.

Es sei zu zahlreichen Flaschenwürfen gegen andere Festteilnehmer, auf Einsatzkräften und die Fassade vom Schorndorfer Schloss gekommen. Als ein Tatverdächtiger einer gefährlichen Körperverletzung festgenommen wurde, widersetzte sich dieser der Festnahme. In der Folge solidarisierten sich zahlreiche Personen mit dem Festgenommenen. Eine Vielzahl von Polizeibeamten musste in Schutzausstattung die Festnahme abschirmen, um einen Angriff zu verhindern. Als sich die Einsatzkräfte zurückzogen, wurden sie erneut mit Flaschen beworfen.

Es sei üblich, dass sich während des Volksfests viele Jugendliche träfen - doch die Aggression gegenüber der Polizei sei neu.

Mehrere Fälle von sexuellen Übergriffen

Am Freitagabend kam es nach Polizeiangaben zu drei Fällen, bei denen Frauen von Männern auf dem Marktplatz von Schorndorf im Zuge des Stadtfestes sexuell belästigt wurden. In einem Fall wurde ein irakischer Tatverdächtiger ermittelt. Tags darauf wurde eine 17-Jährige am Bahnhofsvorplatz nach derzeitigem Ermittlungsstand von drei Männern festgehalten und am Gesäß begrapscht. Drei afghanische Asylbewerber wurden als Tatverdächtige ermittelt.

Kritik des Oberbürgermeisters an der Polizei

Vom Oberbürgermeister von Schorndorf, Matthias Klopfer, kam harsche Kritik: „Ich kann nicht sagen, warum die Polizei dieses Jahr davon abgesehen hat, den Schlosspark zu räumen", sagte er gegenüber dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR).

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