Entschädigung

Kopftuch heruntergerissen: Muslima bekommt 85.000 Dollar

"Zutiefst traumatisierende Erfahrung": Muslima reichte Klage ein.

Weil Polizisten einer Muslimin in den USA nach einer Festnahme gewaltsam und zudem in Anwesenheit fremder Männer das Kopftuch abgenommen hatten, erhält sie nun 85.000 Dollar (rund 72.000 Euro) Entschädigung.

Die Frau, eine Afroamerikanerin muslimischen Glaubens, habe im vergangenen Jahr Klage eingereicht und sich nun mit der Stadt Long Beach gütlich geeinigt, teilte der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) am Donnerstag mit.

Die gläubige Muslimin war im Mai 2015 bei einer Verkehrskontrolle festgenommen worden. Während der Festnahme forderten Polizeibeamte sie auf, ihr Kopftuch abzulegen. Ihre Bitte, dass sie von einer Polizistin durchsucht werde, wurde abgelehnt. Im Gewahrsam rissen ihr die Beamten schließlich selbst das Tuch herunter. Neben den männlichen Polizisten seien dutzende andere Gefangene anwesend gewesen, erklärte der Rat. Für die Frau sei dies eine "zutiefst traumatisierende Erfahrung" gewesen.

Laut CAIR stimmte die Stadt Long Beach am Dienstag dem außergerichtlichen Vergleich zu. Ab sofort gelten zudem in Long Beach und anderen Gemeinden der Region neue Regeln für das Tragen des Kopftuchs in Polizeigewahrsam. Künftig sollen Polizistinnen einer Frau das Kopftuch abnehmen dürfen, "wenn dies für die Sicherheit des Beamten notwendig ist", zitierte die "Los Angeles Times" die Staatsanwaltschaft von Long Beach. Dabei dürfen keine männlichen Polizisten oder männliche Mithäftlinge anwesend sein.
 

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