OSZE-Treffen

Tillerson und Lawrow zusammengetroffen

Russischer Außenminister schwerhörig bei Jerusalem-Frage.

US-Außenminister Rex Tillerson und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow sind am Donnerstagnachmittag in der Wiener Hofburg zu einem bilateralen Treffen zusammengekommen. Beim Handshake gaben sich die beiden Chefdiplomaten, die zuvor scharfe Töne im Ukraine-Konflikt angeschlagen hatten, gelöst.
 

Rufen sie lauter

Lawrow schien bereits zum zweiten Mal eine Journalistenfrage zum Thema Jerusalem zu überhören. "Rufen Sie lauter", sagte er gegenüber Medienvertretern, die ihn beim Fototermin zu der umstrittenen US-Entscheidung die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, befragen wollten. Bereits bei seinem Eintreffen in der Wiener Hofburg hatte eine Journalistin vergeblich versucht, dem Kreml-Politiker die Jerusalem-Frage zu stellen.
 
Diplomatenangaben zufolge wollten Tillerson und Lawrow vor allem über Nordkorea sprechen. Auf der Agenda steht auch eine mögliche Blauhelmmission für die Ostukraine. Der US-Außenminister hatte in der Plenardebatte beim OSZE-Ministerrat die Position Washington einzementiert und betont, dass die Sanktionen gegen Moskau erst nach einem Rückzug aus der Ukraine aufgehoben werden. Washington werde die "versuchte Annexion" der Krim niemals anerkennen, versicherte er.
 
Lawrow und der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sprachen am Abend in einer Veranstaltung über den Schutz von Christen im Nahen Osten. Die Situation sei "desaströs", sagte Lawrow. Er forderte die OSZE auf, hier aktiver zu sein, um Christen vor Verfolgung zu schützen.

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