Proteste

Trump: Ausschreitungen im Nahen Osten

Palästinenser protestieren gegen Trumps Entscheidung.

Aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, haben die Palästinenser Donnerstagfrüh einen Generalstreik begonnen. Im Westjordanland sowie in Ost-Jerusalem blieben öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Schulen und Banken geschlossen.

Die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas rief als Reaktion auf Trumps Entscheidung zu einem neuen Palästinenseraufstand auf. Im Gazastreifen sowie in verschiedenen Städten des Westjordanlands kam es am Mittwochabend zu ersten Protesten. In Gaza verbrannten Demonstranten Bilder von Trump, US-Flaggen sowie Autoreifen.

In Bethlehem ging die Polizei mit schwerem Geschütz gegen die Demonstranten vor.

© APA/AFP/ABBAS MOMANI

In einem Alleingang hatte Trump am Mittwoch Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt und den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angekündigt. Die Weltgemeinschaft reagierte zutiefst besorgt - auch aus Sorge, dass neue Gewalt ausbrechen könnte.

Israel feiert die Entscheidung, Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach von einem "historischen Tag". Die Mauer der Jerusalemer Altstadt wurde am Mittwochabend in den Farben der Flaggen Israels und der USA angestrahlt. Auch israelische Oppositionspolitiker begrüßten Trumps Schritt, sprachen sich aber gleichzeitig für neue Friedensgespräche mit den Palästinensern aus.

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges den arabischen Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem die künftige Hauptstadt eines unabhängigen palästinensischen Staates.
 

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