Nur 36% zufrieden

Umfrage-Schock: Macron so unbeliebt wie nie

Franzosen erwarten Ergebnisse und eine Klärung der Reformen.

Fast 100 Tage nach der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten sind nur 36 Prozent der Bevölkerung zufrieden mit dem Handeln des Staatschefs. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Ifop für die Zeitung "Le Figaro" hervor. Bei Macrons Vorgänger Francois Hollande waren zum gleichen Zeitpunkt nach seiner Wahl 2012 noch 46 Prozent der Befragten zufrieden mit der Zwischenbilanz des Präsidenten.

Absturz der Beliebtheitswerte

"Die Franzosen erwarten Ergebnisse und eine Klärung der Reformen", sagte der Ifop-Experte Jerome Fourquet dem "Figaro" (Samstag). In den vergangenen Wochen hatten mehrere Umfrageinstitute bereits einen Absturz der Beliebtheitswerte Macrons festgestellt. "Die Franzosen haben verstanden, dass sofort Anstrengungen verlangt werden und dass die Belohnungen eventuell später kommen", so Fourquet. Mehrere Vorhaben des sozialliberalen Präsidenten und der Regierung werden in der Umfrage überwiegend negativ beurteilt.

Besonders schlecht kommt die angekündigte Senkung des Wohngeldes für Geringverdiener um fünf Euro im Monat an - 60 Prozent der Befragten sind damit nicht zufrieden, 26 Prozent äußerten sich zufrieden. Mit der umstrittenen Lockerung des Arbeitsrechts, die die Regierung bis zum Herbst umsetzen will, sind 51 Prozent unzufrieden, 31 Prozent äußern sich positiv. Über die Sparmaßnahmen in vielen Ministerien, um in diesem Jahr die europäische Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftskraft einzuhalten, zeigte sich dagegen eine klare Mehrheit von 57 Prozent zufrieden (28 Prozent nicht zufrieden).

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