Österreicher mit Wohnsituation zufrieden

Aktuelle Umfrage

Österreicher mit Wohnsituation zufrieden

Wohntraum der Österreicher ist und bleibt das Eigentum.

Mehr als die Hälfte der Österreicher sind mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden - Eigentümer deutlich mehr als Mieter, geht aus einer Umfrage im Auftrag der Bausparkassen hervor. Jeder Dritte fühlt sich durch Wohnkosten belastet. Bevorzugtes Wohnforum ist das Eigentum. Bausparkassen-Auszahlungen und Ausleihungen waren 2019 stabil. Neue Bausparverträge und Einlagen gingen zurück.

Bei der am Dienstag veröffentlichten Umfrage zur Wohnsituation gaben 55 Prozent der Befragten an, mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden zu sein. Das sei relativ hoch, es gebe aber eine klare Schere zwischen Eigentum und Miete, sagte der Sprecher des Bausparkassenverbandes, start:bausparkasse-Vorstandsvorsitzender Werner Rodax, zur APA. 36 Prozent waren laut Umfrage eher zufrieden. Der Zufriedenheitsgrad bei Eigentümern ist laut Bausparkassenverband doppelt so hoch wie bei Mietern, als "Zufriedenheitsbooster" (72 Prozent) könne ein (Reihen)Haus im Eigentum wahrgenommen werden.

Durch Wohnkosten sehr und eher belastet fühlt sich ein Drittel der Befragten. Dabei fühlen sich Mieter (50 Prozent) im Durchschnitt doppelt so stark belastet wie Eigentümer. Zu den größten Störfaktoren beim Wohnen zählen Lärm durch Nachbarn (20 Prozent), hohe Miete/Betriebskosten (19 Prozent) und zu wenig Wohnraum (17 Prozent).

Wohntraum ist das Eigentum 

Es gebe einen Wunsch sehr klar in Richtung Eigentum. Wohntraum sei das Eigentum mit 83 Prozent, so Rodax. Laut Umfrage ist für 62 Prozent das eigene Haus die bevorzugte Wohnform. Eigentumswohnungen kamen auf 21 Prozent. Bevorzugte Lagen wären am Land, aber in Stadtnähe (38 Prozent) und am Stadtrand (32 Prozent). "Am Land" kam auf 17 Prozent, zentral in der Stadt auf 12 Prozent. Auf die Frage nach unverzichtbarer Ausstattung in der idealen Wohnsituation standen Balkon/Terrasse (59 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Bad und WC getrennt (52 Prozent) sowie Wohnzimmer und Küche getrennt (32 Prozent).

Überraschend sei, dass in der jungen Generation, die in vielen anderen Lebenslagen Sharing-Modelle bevorzuge, beim Wohnen eigentlich sehr konservative Vorstellungen herrschten. 79 Prozent der jungen Menschen träumen von Wohnungseigentum. Hier können die Bausparkassen Finanzierungsunterstützung leisten.

Österreichs stehe vor einer demografischen Weichenstellung - mit einem erwarteten deutlichen Anstieg von Über-65-Jährigen und Pflegebedürftigen. Das werde auch massive Auswirkungen auf die Wohnsituation und Wohnwünsche bringen. Alleine zwischen 2010 und 2018 seien die Nettomieten (plus 35 Prozent) stärker gestiegen als die Median-Alterspensionen (plus 22 Prozent), die Entwicklung der Betriebskosten (plus 17 Prozent) etwas weniger. Stärker werde auch das Thema barrierefreie und pflegegeeignete Wohnungen. Laut Umfrage gaben 16 Prozent an, die aktuelle Wohnsituation sei für Pflege geeignet. 36 Prozent nannten kleinere Adaptierungen, 34 Prozent größere Adaptierungen.

Für die Umfrage wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Integral im Jänner und Februar 1.000 Personen zwischen 16 und 69 Jahren befragt.

Bausparkassenmit stabilen Finanzierungen 

Der Bausparkassenverband sieht daher puncto Wohnungsfinanzierungen einen großen Auftrag und auch Chancen für die Institute. Zweck des Bausparsystems sei, Wohnraum in großer Breite mit Sicherheit zu finanzieren, so Rodax. Über mögliche mittelfristige Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus könnten generell noch keine genauen Aussagen getroffen werden. Bausparen zähle grundsätzlich zu den sicheren Finanzierungssegmenten.

Die Zahl der neuen Bausparverträge ist im Vorjahr von 610.175 auf 571.780 Stück gefallen. Angesichts von Niedrigzinsen und deren negativen Einfluss auf die Sparneigungen ist man mit den Neuabschlüssen aber zufrieden. Die Bauspareinlagen gingen um 3,6 Prozent auf 18,45 Mrd. Euro zurück. Fortgesetzt hat sich dabei der Trend, die Guthaben auch nach Ablauf der 6-jährigen Bindungsfrist bei den Bausparkassen zu belassen. Der Bestand der aushaftenden Darlehen lag im Vorjahr bei 17,75 Mrd. Euro, die Finanzierungsleistungen (Auszahlungen) im Neugeschäft beliefen sich auf 2,58 Mrd. Euro. Darlehen und Finanzierungen waren stabil, es gab im Vorjahr allerdings eine Umstellung des Berechnungsverfahrens.