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Soll wieder aufgerollt werden

Monsanto will neuen Glyphosat-Prozess

Bayer will Schadenersatz-Urteil aufgehoben sehen und fordert neue Verhandlung.

Der deutsche Pharmakonzern Bayer darf sich Hoffnungen auf eine Aufhebung des millionenschweren Schadenersatzurteils im ersten US-Prozess um angeblich verschleierte Krebsrisiken von Glyphosat enthaltenden Unkrautvernichtungsmitteln der Tochter Monsanto machen. Eine entsprechende Ankündigung machte die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos vor der entscheidenden Berufungsanhörung.

Dabei handle es sich jedoch zunächst nur um eine vorläufige Entscheidung, betonte eine Gerichtssprecherin. Im August hatte eine Jury des Gerichts in San Francisco Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar (252,73 Mio. Euro) an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne "Lee" Johnson verurteilt.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Monsanto-Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und der Hersteller davor nicht ausreichend gewarnt und die Risiken verschleiert hat. Bayer legte Berufung ein und fordert, dass der Fall wegen unzureichender Beweise neu verhandelt wird. Dem stimmte die Richterin nun auf vorläufiger Basis zu.

8.700 Klagen in den USA 

Bayer hatte betont, die Entscheidung der Jury stehe im Widerspruch zu bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, jahrzehntelangen praktischen Erfahrungen und den Einschätzungen von Regulierungsbehörden weltweit. Alle diese Erkenntnisse, Erfahrungen und Einschätzungen bestätigen, dass Glyphosat sicher sei und keine Krebserkrankung verursache.

Die US-Umweltschutzbehörde schloss 2017 eine jahrzehntelange Bewertung der Risiken von Glyphosat ab und resümierte, dass die Chemikalie für Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei. Dagegen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Chemikalie 2015 als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" eingestuft.

Wegen Glyphosat sieht sich Bayer mit rund 8.700 Klagen in den USA konfrontiert. Seit dem Urteil Mitte August hat der Konzern an der Börse drastisch an Wert verloren.

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