Umfrage zum Safer Internet Day

Teenies von Handy & Co oft gestresst

66% schauen spätestens 5 Minuten nach dem Aufwachen das erste Mal aufs Smartphone.

Österreichs Jugend empfindet zusehends digitalen Zeitstress. Eine anlässlich des am 5. Februar stattfindenden Safer-Internet-Days durchgeführte Onlineumfrage ergab, dass 35 Prozent der Befragten Handys und andere digitale Geräte manchmal zu viel werden. Auf 15- bis 17-Jährige trifft das mit 44 Prozent stärker zu als auf Elf- bis 14-Jährige, von denen sich ein Viertel manchmal überfordert fühlt.

Diesen Unterschied führte Bernhard Jungwirth, Koordinator von Saferinternet.at, bei einer Pressekonferenz in Wien auf ein Ende der "Sturm- und Drangphase" bei den älteren Jugendlichen zurück. Elf- bis 14-Jährige würden hingegen noch viel begieriger auf das Austesten der digitalen Geräte sein und somit weniger Überdruss verspüren. Die unter 400 Jugendlichen Ende 2018 durchgeführte Online-Umfrage ergab zudem einen Unterschied hinsichtlich des Geschlechts: Mädchen (40 Prozent) neigen eher zu digitalem Zeitstress als Burschen (32 Prozent).

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Freunde und Eltern ständig am Handy

Sechs von zehn Befragten nervt es, wenn ihre Freunde bei gemeinsamen Unternehmungen verstärkt das Handy nutzen. Aber auch Eltern werden kritisch beäugt. Rund jeden dritten Umfrageteilnehmer stört, dass diese zu viel Zeit mit dem Handy verbringen. Andere digitale Stresstreiber sind etwa, dass 60 Prozent der Jugendlichen davon ausgehen, Nachrichten sofort oder zumindest innerhalb weniger Minuten beantwortet zu bekommen. Auch die Zugehörigkeit zu einer Vielzahl an digitalen Gruppen stresst. "Aus diesen Gruppen auszutreten fällt vor allem jüngeren Befragten sehr schwierig. Sie fühlen sich rasch ausgeschlossen", betonte Maximilian Schubert, Generalsekretär von Internet Service Providers Austria (ISPA). 

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Smartphone auch im Schlafzimmer dabei

Die Studie zeigt, dass zwei Drittel (66 %) spätestens fünf Minuten nach dem Aufwachen das erste Mal auf ihr Handy schauen. Nur 4 Prozent lassen sich mehr als eine Stunde damit Zeit. Damit ist auch nicht verwunderlich, dass das Handy bei 81 Prozent der Jugendlichen in der Nacht im eigenen Zimmer liegt – bei 30 Prozent eingeschaltet und bei 21 Prozent im Flugmodus, jeweils im oder direkt neben dem Bett sowie bei weiteren 30 Prozent irgendwo im Zimmer.

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Gegenmaßnahmen im Trend

Mittlerweile ergreifen ältere Jugendliche zusehends die Initiative gegen den digitalen Zeitstress. 28 Prozent der Befragten geben an, bereits eine "digitale Diät" gemacht zu haben, wobei für eine bestimmte Zeitspanne bewusst auf Handy und Computer verzichtet wird. Angesichts der zunehmenden Überforderung empfahl Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.at, die Jugendlichen mit dem Problem nicht alleine zu lassen. Eltern sollten Regeln für den Umgang mit den digitalen Geräten aufstellen und eine Vorbildwirkung ausüben. In den Familien von 62 Prozent der Befragten gibt oder gab es bereits Regeln wie ein Handyverbot beim gemeinsamen Essen oder Zeitlimits. Die gute Nachricht ist, Jugendliche halten sich auch überwiegend daran - fast neun von zehn befolgen sie "immer" oder "eher schon".

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Digitale Bildung an Volksschulen gefordert 

Aber auch die Politik ist gefordert. "Digitale Bildung müsste ab der Volksschule flächendeckend eingeführt werden", forderte Buchegger. So könnten Nutzungsregeln im Unterricht gemeinsam erarbeitet und das eigene Verhalten reflektiert werden. Zudem lohne es, die hinter diversen Apps stehenden Mechanismen und Geschäftsmodelle der Hersteller den Volksschülern näherzubringen.

Externer Link

Weitere Infos zum Safer Internet Day 2019 finden Sie auf www.saferinternet.at

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