Jetzt warnt auch Rechnungshof vor Gefahr für Flugpassagiere

52.000 Drohnen in Österreich:

Jetzt warnt auch Rechnungshof vor Gefahr für Flugpassagiere

Erhöhte Gefahr: 'Österreichs Flughäfen verfügen über keine wirksame Möglichkeit zur Abwehr von Drohnen.'

Wien. Der Rechnungshof warnt nun mit einem Schock-Bericht vor einer Drohnen-Gefahr für Flugzeuge über heimischen Flughäfen und damit einer Gefahr für Passagiere. Denn Österreichs Flughäfen verfügen über keine wirksame Möglichkeit zur Abwehr von Drohnen, stellt der Rechnungshof fest. 

"Flughäfen sind besonders gefährdet, weil sich hier Flugzeuge bei Start und Landung im Luftraum unter 150 Metern bewegen. Das ist die maximal erlaubte Flughöhe für Drohnen. Flugzeuge könnten zu Flugmanövern veranlasst werden, etwa um eine Kollision mit einer Drohne zu vermeiden", steht im Bericht. 
 
Weil ein erhebliches Risiko für Personen- und Sachschäden besteht, empfiehlt der Rechnungshof Österreich dem Innenministerium, für die größten Flughäfen zumindest je ein Drohnenabwehrsystem vor Ort bereitzustellen.
 

Drohen legten Flughafen lahm

Im Dezember 2018 erst legten Drohnen-Flüge den Großflughafen London-Gatwick lahm. Die Polizei konnte schließlich einen 47-jährigen Mann verhaften, als dieser mit dem Fahrrad flüchten wollte. Im Zuge weiterer Ermittlungen wurde in der Nähe des Flughafens eine 54-jährige Frau verhaftet, die ebenfalls verdächtigt wird, mit den Drohnen-Attacken in Verbindung zu stehen. Als Motiv wird Umwelt-Aktivismus angenommen.
 

Airport-Chaos

Die Drohnen-Attacken hielten den siebtgrößten Flughafen Europas tagelang in Atem. Mehr als 1.000 Flüge wurden gestrichen, 140.000 Passagiere waren betroffen. Auch auf allen österreichischen Flughäfen gab es Behinderungen.
 

Keine Sondererlaubnis für die Cobra 

Die Austro Control bewilligte Betriebszeiten für Drohnen in der Regel von Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr sowie am Samstag von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Zudem gestattete sie Drohnenflüge nur über unbesiedeltem Gebiet mit einem Abstand von 150 Metern zu Siedlungen. 
 

© TZ ÖSTERREICH (Archiv)

 
Die Cobra hatte eine Bewilligung für Aufklärungs- und Einsatzflüge im dicht besiedelten oder zumindest besiedelten Gebiet beantragt. Verhandlungen bezüglich realistischer Bewilligungsparameter zogen sich acht Monate lang vom Februar 2018 bis zur Zeit der Rechnungshofprüfung vor Ort im Oktober 2018.
 

52.000 Drohnen in Österreich verkauft

Laut Wirtschaftskammer Österreich wurden in den Jahren 2015 bis 2017 rund 52.000 Drohnen verkauft. Spielzeug- und Profidrohnen sind hier ausgenommen. Von 2014 bis 2017 stellte die Austro Control 3.890 Bewilligungsbescheide aus. Das heißt, nur etwa sieben Prozent der Drohnennutzerinnen und -nutzer waren der Bewilligungspflicht nachgekommen. 
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