ÖSTERREICH-Interview

Kickl: 'Haben Misstrauen gegen Kurz'

Im ÖSTERREICH-Interview kündigt Kickl ein Ja der FPÖ zu einem Misstrauensantrag an.

Nach seinem Rauswurf durch den Kanzler meldete sich Montagabend ein extrem erboster Herbert Kickl bei ÖSTERREICH und drohte dem Kanzler.

ÖSTERREICH: Verstehen Sie, weshalb der Kanzler nach dem Skandalvideo Strache betreffend Sie nun als Innenminister entlässt?

Herbert Kickl: Er hat es mir ja gestern schon ausrichten lassen, dass er meint, dass ich nicht Innenminister bleiben könne, weil ich 2017 Generalsekretär der FPÖ war und es um mögliche Ermittlungen gehe. Ich habe ihn dann gefragt, warum dann kein anderer Freiheitlicher Innenminister werden könne. Kurz stand unter Druck, weil er das Innenministerium bei den Regierungsverhandlungen hergegeben hatte und unsere Handschrift deutlich wurde.

ÖSTERREICH: Und jetzt ziehen die FPÖ-Minister geschlossen aus, und das bedeutet doch Krieg, nicht?

Kickl: Kurz hat sich in eine Sackgasse manövriert und vielleicht nicht damit gerechnet, dass wir Freiheitliche eben nicht Regierungsämter mit aller Macht verteidigen wie andere. Er hat sich jetzt einer linken Achse von Van der Bellen und SPÖ ausgeliefert.

ÖSTERREICH: Wird die FPÖ den Misstrauensantrag gegen Kurz unterstützen?

Kickl: Es wäre ja fast naiv von Kurz anzunehmen, dass wir Freiheitlichen nach dem Misstrauen von Kurz gegen uns kein Misstrauen gegen ihn haben. Wann immer die Sondersitzung stattfindet: Wer Vertrauen gibt, erhält Vertrauen. Wer Misstrauen gibt, kriegt Misstrauen. Kurz hat das Tischtuch ohne Not zerschnitten. Denn wie Norbert Hofer gesagt hat, wir haben Interesse an voller Aufklärung dieser Causa.

ÖSTERREICH: Sie verstehen aber schon, dass es Misstrauen sät, dass Sie nach Bekanntwerden des Skandalvideos noch Goldgruber zum Generalsekretär für öffentliche Sicherheit bestellen wollten, oder?

Kickl: Goldgruber wurde in der zuständigen Kommission als Erster gereiht. Das war vor Bekanntwerden des Videos. Ich hatte auch den Kanzler bereits am Mittwoch informiert, der kein Problem damit hatte.

ÖSTERREICH: Sie kennen Strache schon lang. Ihre Reaktion, als Sie das Video sahen?

Kickl: Meine erste Reaktion war: Das gibt’s doch nicht. Es ist ein Schock.

ÖSTERREICH: Werden Sie jetzt Spitzenkandidat der FPÖ?

Kickl: Für diese Entscheidung ist es noch zu früh. Jetzt kommt die EU-Wahl. Dann die Sondersitzung. Und dann werden wir entscheiden, wie wir vorgehen.

Isabelle Daniel

Hofer & Kickl zur Staatskrise
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