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37.000 km in 2 Wochen

Kurz: Der rastlose Kanzler

In Washington wird beim Treffen Kurz mit Trump keineswegs alles eitel Wonne sein.

Donald Trump mag der umstrittenste Politiker dieses Erdballs sein – dass der österreichische Kanzler vom US-Präsidenten empfangen wird, ist allerdings ein echter Prestige-Erfolg für den Österreicher. Längst wird fieberhaft an dem Programm gearbeitet, fix war gestern nur, dass ...

  • ... Kurz am 19. Februar nach Washington fliegen wird und noch am Abend von US-Außenminister Mike Pompeo zum Madison-Dinner eingeladen ist. Kurz wird nicht von Außenministerin Karin Kneissl begleitet werden – ein diplomatisches Solo also.
  • Am 20. Februar ist Kurz dann zu Gast im Weißen Haus. Zuerst wird ihn Trump unter vier Augen empfangen – erst danach kommt der „Staff“ dazu. Auf österreichischer Seite wird das u. a. Kurz’ Kabinettschef Bernhard Bonelli sein. Aber auch die Botschafter Wolfgang Waldner und Trevor Traina dürften mit von der Partie sein.

Viel Einigkeit

Doch worum geht’s bei dem Treffen? Trump wurde von Mitarbeitern auf Kurz aufmerksam gemacht, weil der Österreicher als kommender Konservativer in der EU gilt. Der Präsident selbst, so der Trump-Kenner David Cay Johnston, habe „keine Ahnung“. In Sachen Migration oder Nahost-

Israel-Politik trennt Trump und Kurz kaum etwas – man hat also genug, wo man übereinstimmt. Doch drei große Themen sind es, in denen Kurz in der US-Präsident weit auseinander liegen:

  • Klimaschutz: Dass Trump aus dem Klimavertrag von Paris ausstieg, ist für Kurz nicht akzeptabel – hier dürfte der Kanzler Klartext reden.
  • Atomabkommen: Das gilt auch für den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran und dem INF-Vertrag mit Russland. Hier sind die Europäer mehr als besorgt und fürchten ein Wettrüsten.
  • Handelsstreit: Mit Schutzzöllen ging Trump auf Konfrontation mit der EU und China – ebenfalls ein Streitpunkt.

 

Vor Trump besucht Kurz noch Abe und Hiroshima

Zuerst Südkorea und Japan, dann kommen die USA — von dort geht’s gleich nach Ägypten.

Schon am Mittwoch beginnt Kurz’ Reise nach Südkorea und Japan – mit dabei hat er drei Minister: Margarete Schramböck, Heinz Faßmann und Norbert Hofer. Am Donnerstag weilt man in Seoul – doch schon am Freitag wird Kurz in Tokio von Premier Shinzo Abe empfangen. Das passt gut, gerade ist ja ein Freihandelsabkommen der EU mit Japan in Kraft getreten. Und am Samstag geht es nach Hiroshima, wo Kurz des Atombomben-Abwurfs am 6. August 1945 gedenken will.

Ägypten

Weilt Kurz noch am 20. Februar in Washington, wird er am 24. in Kairo erwartet: Dort steigt der EU-Gipfel mit der Arabischen Liga. Fast noch wichtiger als der Termin mit Trump, denn die EU will ja eine Einigung erzielen, um die Flüchtlingsboote im Mittelmeer endgültig zu stoppen. Spannend: Bis zuletzt blockierte Ungarn eine Lösung.

 

Kanzler Rastlos: 5 Stunden Schlaf

Voller Terminkalender, keine Zeit für Freizeit – und keine Lust auf Herumgerede.

„Ich schaue, dass es zumindest fünf Stunden werden“, antwortet Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Instagram auf die Frage „Wie viel Stunden Schlaf haben Sie pro Nacht?“.

Tatsächlich scheint Sebastian Kurz rastlos zu sein. Nicht nur in den kommenden zwei Wochen, wo er zwischen Wien, Washington, Tokio und Kairo insgesamt 37.000 Flugkilometer abspulen wird. Termine werden im Stakkato abgewickelt. Im Unterschied zu Staatsbesuchen von Bundespräsident Van der Bellen steht wenig bis gar kein Sightseeing auf dem Programm.

Fitnesscenter

Auch seine Arbeitstage in Wien lassen kaum Zeit zum Verschnaufen. Wird er frühmorgens abgeholt – oft geht es vor dem Büro noch schnell ins Fitnesscenter –, brieft ihn bereits einer seiner engen Mitarbeiter über die Termine des Tages und klärt ihn über die Me­dienberichterstattung auf. Dabei kann es schon vorkommen, dass er einen Journalisten anruft, wenn ihm etwas in der Zeitung sehr oder gar nicht passt.

Auf den Punkt

Im Büro lässt sich Kurz die wichtigsten Themen der nächsten Zeit vortragen. Wichtig dabei: ­Alles muss auf den Punkt gebracht werden, langwieriges Herumgerede kann der Kanzler nicht ausstehen.

Spät am Handy

Auch in Wien ist sein Terminkalender extrem eng. Wenn einer ausfällt, müssen seine Mitarbeiter sofort nach einem geeigneten Ersatz suchen.

„Dienstschluss“ ist für Sebastian Kurz sehr spät. Das gilt natürlich auch für sein Team. Bis Mitternacht muss jeder damit rechnen, seinen Chef am Handy zu haben.

 

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