E-Scooter-Verbot: Folgt jetzt Wien?

Graz als "Vorbild"

E-Scooter-Verbot: Folgt jetzt Wien?

Kommt jetzt auch ein E-Scooter-Verbot für Wien?

Wien. Graz hat es vorgemacht, jetzt könnte Wien mit einem "E-Scooter-Verbot" folgen.

E-Scooter in Wien

In Wien findet man an fast jeder Straßenecke E-Scooter zum Vermieten. Die elektrischen Tretroller sollen eine Alternative für das Fahrrad oder das Auto sein. E-Scooter sind laut der Anbieter einfach, flexibel und vergleichsweise sollen sie auch ein billigeres Verkehrsmittel für die innerstädtische Kurz- und Kürzeststrecken darstellen. In der Bundeshauptstadt Wien gibt es derzeit acht aktive Anbieter von E-Scootern. Lime, Bird, Tier, Hive, Circ, vormals Flash, Wind/Byke, KiwiRide und Holmi/ Rollmi sind diese Anbieter. Bolt, Voi und Arolla haben bereits angekündigt 2019 zu kommen. Diese sind aber auf Wiens Straßen noch nicht unterwegs.

Voraussetzungen zur Anmietung

Wer in Wien einen E-Scooter ausleihen möchte, muss das Mindestalter von 18 Jahren haben, benötigt vor allem die App des Anbieters, sowie, jeweils abhängig vom jeweiligen Anbieter eine Kreditkarte, Paypal und Konsorten. Die E-Scooter des Anbieters Lime können seit Juli 2019 auch über die UBER-App verwendet werden.

Graz als "Vorbild"

Nach Diskussionen in den vergangenen Monaten haben der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und sein Stellvertreter Mario Eustacchio (FPÖ) einem kommerziellen E-Scooter-Verleihsystem in Graz eine Absage erteilt: Man wolle ein "Chaos wie in anderen Städten verhindern", hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. Verleihfirmen werden in der steirischen Landeshauptstadt keine Genehmigung erhalten.

"Aufgrund der vorliegenden Fakten, Erfahrungen und Rahmenbedingungen sind E-Scooter nicht dazu geeignet, die Stadt hinsichtlich Abgas-Emissionen, aber auch Verkehrsaufkommen zu entlasten", so die Stellungnahme. Die Stadt werde daher kein Verleihsystem beschließen. "Wir kennen die chaotischen Bilder aus Wien, wo E-Scooter von Verleihfirmen auf öffentlichen Gehwegen, Straßen und Plätzen herumliegen. Sie stellen nicht nur für ältere Menschen und Personen mit körperlichen Einschränkungen eine unvertretbare Hürde im öffentlichen Raum dar. Bei einer durchschnittlichen Einsatzdauer von nur wenigen Monaten stellt sich zusätzlich die Frage der Entsorgung von Akkus. Wenn das Umweltamt an der Nachhaltigkeit eines E-Scooter-Verleihsystems zweifelt, sollte sich die Stadt Graz hier nicht aktiv beteiligen", sagten die Stadtchefs.

FPÖ: "Mehrheit der Wiener will keine E-Scooter"

Die Wiener FPÖ hat bei den billigen Leih-E-Scootern aus Fernost von Beginn an eine strenge Begrenzung von Anbietern und Stückzahlen gefordert – die Mehrheit der Wiener Bevölkerung teilt diese Meinung offenbar. „Einer Umfrage zufolge fühlen sich 60 Prozent der Wiener von den unkoordiniert abgestellten Rollern belästigt“, fasst der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ, Klubobmann Toni Mahdalik, die Ergebnisse zusammen. Die Ausrede der rot-grünen Stadtregierung, dass man keine Handhabe dazu habe, lässt Mahdalik nicht gelten. „Graz zeigt vor, dass es geht und vor allem wie es geht“, verweist der Freiheitliche auf den Beschluss der Stadt Graz, dass es kein E-Scooter-Verleihsystem geben wird. Die zahlreichen, wahllos abgestellten Leih-E-Scooter sind in Wien bereits zur Plage geworden. „Am Gehsteig herumkugelnde E-Scooter sind für sehbehinderte Menschen gefährliche Stolperfallen. Auch Schneeräumungsarbeiten werden davon behindert“, verweist Mahdalik auf die bald aktuelle Problematik und fordert abermals eine tragfähige Lösung im Sinne aller Verkehrsteilnehmer.

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