Neuer Hype?

Hallstatt: 'Frozen'-Gerücht heizt Tourismus-Boom an

Der oberösterreichische Ort leidet seit Jahren unter nicht enden wollenden Touristenströmen.

Österreich zählt zu den tourismusintensivsten Ländern weltweit - mit knapp 150 Millionen Urlaubernächtigungen 2018 im Verhältnis zur relativ kleinen Bevölkerung. Doch ständig steigende Besucherzahlen sind mancherorts bereits eine Plage: Hallstatt leidet schon seit Jahren unter den Touristenströmen. Jetzt macht ein neues Gerücht die Runde, das die Touristenströme noch mal anwachsen lassen dürfte. Der malerische Ort soll die Vorlage für Arendelle, dem Reich von Eiskönigin Elsa als dem Kult-Film "Frozen II" (Anm.: erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten), sein. Bürgermeister Alexander Scheutz ächzt, als er von Radio Austria auf das Gerücht angesprochen wird. Er habe auch schon davon gehört, vor allem Journalisten sprechen ihn immer wieder darauf an. Was für viele Orte eine willkommene Werbung wäre, ist in Hallstatt aber nicht erwünscht: "Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist."

Touristen begrenzen

Um den Touristenströmen Herr zu werden, will man künftig die Zahl der Touristen begrenzen. Scheutz erklärt gegenüber Radio Austria: "Wir wollen die Touristen nicht verdrängen, aber begrenzen. Wir haben ein Bürgerbeteiligungsverfahren mit einem Verkehrsplaner gehabt. Die wichtigste Erkenntnis aus der Bevölkerung: Wir wollen die Anzahl der Bus-Touristen reduzieren. Ab Mai ist es verbindlich, dass man einen Slot buchen muss, um mit dem Reisebus nach Hallstatt fahren zu dürfen. Die Mindestverweildauer wird 2 Stunden 20 Minuten sein. Das heißt, unter 2 Stunden 20 Minuten kann man gar nicht buchen. Dadurch wollen wir die ganzen Kurz-Touristen wegbringen, aber wir wollen auch die Anzahl der Busse runterbringen. Durch die Slots sind nicht mehr so viele Busse möglich wie derzeit."

"Overtourism"

Das größte "Overtourism"-Problem in Hallstatt waren die vielen Besucher, die nur einen kurzen Zwischenstopp für ein paar Fotos einlegen, also nicht einmal Geld für ein Mittagessen im Ort lassen. Den Salzburgern ging es im abgelaufenen Jahr mit 11,9 Touristen pro Einwohner ähnlich wie der Bevölkerung in Florenz (13,9), Lissabon (10,7) oder Amsterdam (10,0). In Wien kamen vier Urlauber auf einen Einwohner. Innerhalb von größeren Städten gibt es vielfach überlaufene Hotspots - in Wien beispielsweise die Innenstadt (speziell den Stephansplatz) und Schönbrunn. In Barcelona und in Paris war die Tourismusintensität 2018 mit 8,1 bzw. 7,5 Urlaubern pro Einwohner aber fast doppelt so stark wie in der österreichischen Bundeshauptstadt.

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