Rom kritisiert Reisebeschränkungen

Italien öffnet heute erste Adria-Strände

Rimini und Riccione starten heute Badesaison. Wer hinwill, muss bei Rückkehr in Quarantäne.

In ganz Italien stehen die Zeichen auf Öffnung. Offiziell macht Rom am 3. Juni die Grenzen auf. Allerdings sind bereits jetzt die Grenzkontrollen gelockert, einer Einreise nach Italien steht kaum mehr etwas im Wege. Wer also dieses verlängerte Wochenende noch für einen kurzen Trip an die Strände der Adria nützen will, kann dies auch tun.

Attest oder Quarantäne

Allerdings: Probleme sind bei der Rückreise programmiert. Die österreichischen Behörden kontrollieren an den Grenzen nach wie vor nahezu lückenlos. Bei der Einreise wird ein Attest eines nega­tiven Coronabefundes verlangt. Die Untersuchung darf nicht länger als vier Tage zurückliegen. Hat man dieses Formular nicht, muss man sich unverzüglich in eine zweiwöchige Heimquarantäne begeben.

Strafbar

Kontrolliert wird diese Quarantäne aber nicht. Insofern könnte man auf gut Deutsch auch darauf pfeifen. Die Krux dabei: Ist man in­fiziert und steckt andere an, ist es ein Straftatbestand. Diese Regelung gilt noch bis 31. Mai. Was danach passiert, ist nicht bekannt.

„Italien ist sicher“

Italien kritisiert die rigiden Reise­beschränkungen Österreichs massiv: „Österreichs Kanzler Sebastian Kurz behauptet, dass Urlaub in Österreich sicher ist. Auch Urlaub in Italien ist sicher“, sagt die Vizepräsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer, Mara Carfagna. Und weiter: „Wir werden in der EU um das Recht der österreichischen Bürger kämpfen, Ferien am Meer und an unseren Stränden zu verbringen.“

„Kurz verantwortungslos“

Kritik kommt auch vom italienischen EU-Parlamentarier Massimo Salini: „Kurz’ Verhalten ist verantwortungslos. Er gefährdet den wirtschaftlichen Neustart Europas.“

Sinkende Zahlen in ganz Italien

Italiens oberstes Gesundheitsinstitut (ISS) meldet sinkende Covid-Infektionszahlen. Dies betrifft auch die Lombardei, den Ausbreitungsherd von SARS-CoV-2. „In der Lombardei verzeichnen wir einen beträchtlichen Rückgang der Infektionsfälle“, sagte ISS-Präsident Silvio Brusaferro. „Die Epidemiekurve ist sinkend. Die Zahl der positiv getesteten Patienten ohne Symptome wächst“, erklärte Brusaferro. Die italienischen Krankenhäuser seien derzeit nicht mehr übermäßig belastet, die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen sei klar gesunken. „Unser Gesundheitssystem ist in der Lage, Notstandssituationen standzuhalten.“

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