Kristoffersen: 'Bin ein bisschen dick geworden'

Ski-Superstar

Kristoffersen: 'Bin ein bisschen dick geworden'

Henrik Kristoffersen möchte endlich den Gesamtweltcup holen. Gewichtszunahme als Masterplan?

In der vergangenen Saison kämpfte Henrik Kristoffersen vergeblich gegen seinen Landsmann Aleksander Aamodt Kilde und den Franzosen Alexis Pinturault um den Weltcup-Gesamtsieg. 161 Punkte fehlten ihm am Ende, obwohl er sowohl für die Slalom- wie auch die Riesentorlauf-Wertung die kleine Kristallkugel gewann. Um in diesem Winter im Riesentorlauf noch brutaler angreifen zu können, hat der früher schmalbrüstige Norweger an Masse zugelegt. Gleich bleibt das eigene Trainerteam.
 
Ganze sieben Kilo Muskelmasse kamen über den Sommer dazu, verriet Kristoffersen dem norwegischen Fernsehsender NRK vor dem Saisonstart in Sölden am Sonntag (10.00/13.15 Uhr, live ORF 1). Bei 83 Kilo Körpergewicht halte er nun. "In gewisser Weise war das schon lange ein Ziel", sagte der 26-Jährige. "Ich habe 85 als Ziel gesehen, mehr als das sollte ich nicht zunehmen." Schon jetzt fühle er sich ein bisschen dick, meinte er mit Augenzwinkern.
 

Mehr Masse im Riesentorlauf

Hinter der Aktion steht der Gedanke, durch mehr Grundmasse im Riesentorlauf wuchtiger und damit schneller zu sein. Viele seiner Konkurrenten brachten zuletzt mehr auf die Waage. "Für mich kann es eine Gelegenheit sein, etwas brutaler zu sein, und das kann manchmal helfen", so Kristoffersen, der bisher vier Weltcup-Siege im Riesentorlauf gefeiert hat, aber seit Aare 2019 auch WM-Gold in der Disziplin sein Eigen nennen darf.
 
Gut funktioniert hat seiner Ansicht nach der Plan, sich mit eigenem Trainerteam abseits der norwegischen Mannschaft vorzubereiten - auch nach dem Vorbild Marcel Hirscher, mit dem er sich bis zu dessen Rücktritt im Herbst 2019 oft auf Biegen und Brechen duellierte. "Ich habe zwei Kugeln gewonnen, also war ich nicht schlechter als im Jahr zuvor", erklärte Kristoffersen.
 
Besagtes Team umfasst bis zu acht Personen und wird von Vater und Haupttrainer Lars Kristoffersen geleitet. Einar Witteveen kam letztes Jahr als Coach dazu und wird auch in dieser Saison dabei sein. "Es funktioniert ganz gut, also bin ich 'happy' damit."
 

Kein Gedanke an Karriereende

Kristoffersen hatte 2012 als 17-Jähriger sein Weltcup-Debüt gegeben und sich seitdem als einer der Topstars der Szene etabliert. 62 Podestplätze hat er bisher geholt, 21 davon Siege. Offen bleiben Olympisches Gold und der Sieg im Gesamtweltcup. Er werde alles versuchen, diese Ziele noch zu realisieren, betonte der Blondschopf aus Raelingen. Zeitdruck habe er allerdings keinen - denn er wolle noch etwa sieben Jahre fahren.
 
"Wenn es 2027 in Norwegen eine Weltmeisterschaft gibt (in Narvik; Anm.), wäre das ein guter Punkt, aber es bleibt abzuwarten. Es kann viel passieren", meinte Kristoffersen über den möglichen Zeitpunkt des Karriereendes. "Niemand wird mich so schnell loswerden", hielt er fest.
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