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Martinigansl-Konsum jetzt überdenken!

Dieses Jahr ist die Martinigansl-Zeit aufgrund der hohen Covid-19-Infektionszahlen anders als sonst.

Wegen des Lockdowns im November ist kein Restaurantbesuch mehr möglich. Politik und auch Experten raten auch vom traditionellen Ganslessen im privaten Kreis, ob Familie oder Bekannte, ab. Vier Pfoten sieht daher die Gelegenheit, Traditionen und vor allem unseren Fleischkonsum zu überdenken. Denn nach wie vor gilt: Drei Viertel der Gänse, die Österreicherinnen und Österreicher essen, kommen aus dem Ausland. Im Jahr 2019 wurden 1.848 Tonnen Gänsefleisch importiert. Der Selbstversorgungsgrad beträgt lediglich 26 Prozent.

„Wir müssen uns klar sein, was es heißt, importierte Gänse zu essen. In den wichtigen Importländern Ungarn und Polen werden die Tiere nach wie vor gestopft bzw. gerupft. Das sind grausame Praktiken, die bei uns schon lange verboten sind“, sagt Veronika Weissenböck von Vier Pfoten. Lebendrupf wird zum Beispiel noch immer in Ungarn, Polen oder China praktiziert. Die Stopfmast ist legal in Ländern wie Ungarn, Frankreich, Belgien, Bulgarien oder Spanien, aber auch China, den USA und Kanada. „Dass Gänse aus Tierqual-Haltung trotz des österreichischen Verbots importiert und verkauft werden dürfen, ist in Wahrheit natürlich eine Augenauswischerei“, so Weissenböck.

Aus Tierschutzsicht ist es natürlich am besten, auf die Martinigans zu verzichten. In Zeiten von Corona kommt mit der Empfehlung, das private Feiern lieber bleiben zu lassen, ein weiterer guter Grund dazu. „Nutzen wir doch diese Zeit, um zu reflektieren, ob es wirklich immer Fleisch sein muss. Wir essen in Österreich im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel, und auch Gesundheitsexpertinnen und -experten raten, den Konsum einzuschränken. Es gibt so viele wirklich köstliche vegetarische und vegane Gerichte, die sich auch für festliche Anlässe eignen“, sagt Weissenböck.

© Vier Pfoten

Wenn es jedoch unbedingt Gansl sein muss, empfiehlt die Tierschutz-Organisation die „Österreichische Weidegans“, bei der die Tiere im Vergleich sehr gut gehalten werden. Als Alternative zum Martinigansl bieten sich die oberösterreichischen Bio-Enten der Firma Eiermacher an, die Enten in biologischer Haltung anbieten. Sie sind bei Interspar, bei Denn’s und in ausgewählten Fleischereien erhältlich. Die Tiere leben in Ställen mit viel Tageslicht, die täglich frisch eingestreut werden. Außerdem gibt es einen Wintergarten, Wasserwannen und großzügigen Auslauf ins Freie.

Vier Pfoten zertifizierte die Bio-Enten der Firma Eiermacher mit seinem „Tierwohl-kontrolliert“-Gütesiegel. Veronika Weissenböck: „Die Produkte bieten dem Konsumenten eine tierfreundliche Alternative zu den Entenprodukten am heimischen Markt, die zu fast 100 Prozent im Ausland unter teils schrecklichen Bedingungen hergestellt werden.“ So werden die Enten zur Produktion von Stopfleber zwangsgefüttert und dazu in Käfigen gehalten. Da sich für die Stopfleberrasse nur die männlichen Tiere eignen, werden die weiblichen oft schon als Küken getötet. Die größten konventionellen Entenhalter sind Deutschland, Ungarn, Polen und Frankreich. Das einzige Land, das derzeit ebenfalls Bio-Enten produziert, ist Dänemark.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 8. November 2020, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 15. November, 18:30 Uhr.
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