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27.01.2020, 06:36

Erdrutschsieg für die SPÖ Burgenland

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   Eisenstadt (APA) - Rekorde und Triumphe brachte die 18. Landtagswahl im Burgenland der SPÖ: Mit dem größten Plus seit 1945 holte sich Hans Peter Doskozil die Mandats-Absolute zurück - und zog der ÖVP weit davon wie nie zuvor. Damit bleibt das Burgenland - wo die SPÖ der ÖVP 1964 Platz 1 abgenommen hat - neben Kärnten und Wien eines der roten Kernländer: Die Landespartei ist mit 49,94 Prozent SP-intern die stärkste.    

Am Prüfstand gestanden war bei dieser Wahl auch die einzige rot-blaue Koalition auf Landesebene. Und die Burgenländer stellten der SPÖ ein sehr gutes Zeugnis aus - während der kleine Partner FPÖ auf unter zehn Prozent einbrach. ÖVP und Grüne, bei allen Wahlen des Jahres 2019 erfolgsverwöhnt, legten nur sehr schwach zu.    

Die SPÖ, die 2019 ein Debakel nach dem anderen hatte verdauen müssen, schaffte es hingegen, das Burgenland - neben dem VP-geführten Niederösterreich - zum zweiten Bundesland mit absoluter Mehrheit zu machen. Sich eine Absolute zurückzuholen hatte zuletzt Doskozils Vorgänger Hans Niessl 2005 geschafft.    

Und der Ex-Verteidigungsminister setzte zwei neue Rekorde: Mit 8,02 Prozentpunkten ist sein Plus wesentlich größer als die 6,06 Prozentpunkte, um die die FPÖ 2015 gewachsen war. Und die SPÖ liegt jetzt - mit 19,36 Prozentpunkten - weit wie nie zuvor vor der ÖVP.    

Insgesamt bleibt das Burgenland - wo es bisher keine Erdrutschsiege gegeben hatte - aber vergleichsweise stabil. Es ist nach wie vor das einzige Bundesland, in dem es noch nie Stimmenanteils-Änderungen im zweistelligen Bereich gab. Auch das heurige Minus der FPÖ - 5,25 Prozentpunkte - war nicht weit entfernt vom Rekord: 2005 hatten die Blauen 6,88 Prozentpunkte eingebüßt.    

Die SPÖ holte sich zwar mehr als die Hälfte der 36 Landtagsmandate - nämlich 19 -, aber die 50er-Prozent-Marke blieb Doskozil verwehrt. Im vorläufigen Endergebnis lag die SPÖ bei 49,94 Prozent. Das wird sich auch kaum mehr ändern, denn Briefwahl und sonstigen Wahlkarten sind bereits ausgezählt. Jedenfalls ist Doskozil jetzt wieder weit entfernt vom historischen Tiefstpunkt von 40,43 Prozent im Jahr 1949. Das schwächste Ergebnis als führende Partei (die SPÖ hatte der ÖVP 1964 Platz 1 abgenommen) hatte Niessl 2015 mit 41,92 Prozent erlitten.    

Die damalige Wahl (während der bereits spürbaren Flüchtlingswelle) hatte 2015 auch der ÖVP ihren historischen Tiefststand von 29,08 Prozent beschert. Der neue Parteichef Thomas Steiner kam nun mit 30,58 Prozent zumindest ein wenig weg davon - aber von einem türkisen Wahltriumph, wie es ihn noch bei der Nationalratswahl gegeben hatte (da wurde die ÖVP im Burgenland Erste) war er keine Rede. Das Plus fiel mit 1,50 Prozentpunkten bescheiden aus - und war dennoch das größte, dass die ÖVP im Burgenland je lukrierte. Wobei sie, seit sie 1964 auf Platz 2 zurückfiel, auch nur einmal (2005 um 1,05 Punkte) ein Plus geschafft hat.    

Auch bei den Grünen war von den großen Erfolgen des Jahres 2019 keine Rede mehr - und die eben aufgenommene Regierungstätigkeit im Bund brachte offenbar keinen Rückenwind: Ein Drittel ihrer Unterstützer der Nationalratswahl blieb zu Hause, und so war die angestrebte Zweistelligkeit weit außer Reichweite. Die erreichten 6,72 Prozent sind aber das beste Ergebnis seit ihrer ersten Landtagswahl 1987.    

Dass es kleinere Parteien im Burgenland nicht leicht haben, sah man an NEOS: Ihnen blieb auch im zweiten Anlauf der Einzug in den Landtag verwehrt. Und das Ergebnis fiel mit 1,71 Prozent sogar noch schwächer aus als 2015.    

Vorübergehend erfolgreich war im Burgenland ein FPÖ-Abspalter: Das von Ex-FPÖ-Chef Wolfgang Rauter und dem ehemals blauen Deutschkreutzer Bürgermeister Manfred Kölly gegründete Bündnis Liste Burgenland (LBL) hatte es immerhin bei zwei Wahlen, 2010 und 2015, über die Vier-Prozent-Hürde geschafft. 2020 gelang das nicht mehr; LBL brach auf 1,26 Prozent ein.    

Damit wird der 2010 auf fünf Parteien angewachsene burgenländische Landtag künftig nur mehr vier Klubs Platz bieten müssen - bzw. wenn man es genau nimmt drei: Denn die Grünen haben mit zwei Abgeordneten die erhoffte Klubstärke nicht geschafft.

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